Statistik: Berner Oberland abgesoffen

Als die Weisung gekommen ist, die klassischen Tourismusregionen Bern und Berner Oberland statistisch in einen Topf zu werfen, hat das Bundesamt für Statistik (BFS) bei den Verantwortlichen nachgefragt: ob das wirklich ihr Ernst sei. Tatsächlich will der Kanton Bern die beiden ebenso bedeutenden wie unterschiedlich positionierten Regionen zusammenpacken.

Das BFS versteht das nicht und ist «schockiert», zumal dahinter nicht sachliche Gründe stecken können, sondern nur politische – offenbar wollen die Berner, die ja allen Ernstes auch an einen Brand arbeiten, statistisch die Grössten sein. Sowas erschliesst sich eigentlich nur noch psychoanalytisch: Die Situation ist in den Berner Oberländer Stationen, die auf klassischen europäischen Märkten arbeiten, so dramatisch, dass man sie verdrängt und sich ablenkt mit Simulationen, die Handlungsfähigkeit vortäuschen. Dass der Patient Schweizer Tourismus krank ist, ist schon länger klar und zeigt sich auch anhand der jüngsten BFS-Zahlen. Dass jedoch die Politik die Diagnose negiert und selber pathologisch reagiert, sollte nicht nur das BFS beunruhigen.