Ale Mordasini ist der neue "Goldene Koch"

Als die Jury am 25. Februar nach einem mehrstündigen, fesselnden Wettbewerb den Sieger ernannte, waren viele Anwesende wenig erstaunt: Denn Ale Mordasini, der Gewinner des «Goldenen Kochs», fiel bereits beim Halbfinal in Zürich mit seiner präzisen Arbeitsweise und der höchsten Punktzahl unter den Teilnehmenden auf. In der Branche ist er kein Unbekannter: Als ehemaliges Mitglied der Schweizer Kochnationalmannschaft hat der Aargauer schon mehrere Wettbewerbe bestritten und zählt diese gar zu seinen Hobbys. Seine Passion teilt er mit seinem guten Freund Mario Garcia, den er bei den Vorbereitungen zum «Bocuse d’Or»-Finale in Lyon unterstützte.

Diese Richtung wird nun auch Ale einschlagen: Denn als Sieger des «Goldenen Kochs» hat er sich automatisch als Finalist des «Bocuse d’Or» qualifiziert. Nachdem die beiden Wettbewerbe jahrelang getrennte Wege gingen, haben sie sich dieses Jahr wieder zusammengeschlossen, sodass das Finale des «Goldenen Kochs» erneut die Séléction Suisse für die europäische Vorausscheidung der Kochweltmeisterschaft darstellt. Ale Mordasini wird die Schweiz somit im Mai 2020 in Tallinn, Estland, vertreten. Zudem erwartet ihn eine weitere Herausforderung: Ab der zweiten Jahreshälfte begibt er sich auf die «Tour Culinaire Suisse», wo er sein Siegermenü an verschiedenen Orten in der Schweiz präsentieren darf.

Heuer hat sich Ale Mordasini die Trophäe geholt, doch auch die weiteren «Goldener Koch»-Kandidaten haben mit ihrer Leistung beeindruckt – und das nicht nur die rund 1200 anwesenden Fachleute, sondern auch die renommierte Jury. Marie Robert, Inhaberin des Café Suisse in Bex und Mitglied der Degustationsjury, brachte es auf den Punkt: «Die Arbeit, welche die sechs Finalisten heute geleistet haben, ist einfach enorm. Im Grunde haben sie alle gewonnen.»

 

Ale Mordasini im Interview

Der 28-jährige Ale Mordasini konnte vor dem Goldenen Koch bereits viel Wettbewerbserfahrung sammeln: Als Mitglied der Junioren-Kochnati wurde er einst Weltmeister und Olympiasieger, als Teil der Kochnationalmannschaft gewann er Bronze an der Olympiade der Köche. Seit Februar 2019 arbeitet er als Küchenchef im Relais & Châteaux Hotel Krone in Regensberg.

Wie haben Sie den Wettbewerb erlebt?

Ale Mordasini: Sehr gut. Wir hatten einen tollen Start, sind schnell in den Flow reingekommen und danach lief es genau so, wie es sollte. Ein bis zwei Mal gab es kleine Schwierigkeiten, zum Beispiel mit dem Teig für die knusprigen Teig-Ästchen. Aber da sind wir flexibel aus diesem Grund haben wir das Menü so oft trainiert, damit wir in solchen Situationen schnell reagieren können.

Wie geht es nun weiter - gönnen Sie sich erst einmal eine Pause oder machen Sie sich gleich an die Vorbereitungen für den Bocuse d’Or?

Jetzt werde ich erst einmal weiterarbeiten und alles ausräumen. Danach schaue ich mal eins nach dem anderen. Ich freue mich auf jeden Fall sehr, dass es mit der Qualifikation für den Bocuse d’Or geklappt hat, denn ich habe auf dieses Ziel hingearbeitet. Und ich bin gespannt auf die neue Herausforderung.

Wann werden Sie mit den nächsten Trainings beginnen?

Wahrscheinlich werde ich mir schon heute auf der Heimfahrt die ersten Gedanken zum Bocuse d’Or machen. Das passiert automatisch. Wann die Trainings beginnen, hängt davon ab, wie und wo ich loslegen kann und wer alles dabei sein wird. Aber ich möchte definitiv früh genug anfangen, damit bis zum europäischen Finale in Tallinn alles sitzt.

Werden Sie ähnlich wie Mario Garcia vorgehen und sich dafür eine berufliche Auszeit nehmen, um in der Wettbewerbsküche in Luzern zu trainieren?

Das ist im Moment noch offen. Aber eine Vorbereitung in der Wettbewerbsküche ist eher unwahrscheinlich, denn dieses Projekt ist demnächst abgeschlossen.

 

Der Goldene Koch

Er gilt als der renommierteste Kochwettbewerb der Schweiz und fand dieses Jahr zum 28. Mal statt. Der Sieger unter den sechs Finalisten wird alle zwei Jahre im Kursaal in Bern gekürt. Die Wettbewerbsaufgabe besteht darin, innerhalb von 5 Stunden und 30 Minuten ein Fisch- und ein Fleischgericht für je 14 Personen zuzubereiten und warm auf Platten zu servieren.

www.goldenerkoch.ch

 

 

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