Das Essen kommt per Taxi nach Hause

Seit zwei Wochen liefert Uber Eats in der Deutschschweiz Essen aus. Der Dienst gehört zum US-amerikanischen Unternehmen Uber. Anfänglich konzentrierte sich der Service auf Taxifahrten für Menschen, mittlerweile wird auch Food chauffiert.

Vor einem halben Jahr wagte Uber Eats seine ersten Schritte respektive Fahrten in der Schweiz, zuerst in Lausanne, dann in Genf. Seit dem 24. Juli ist der Dienst auch in grossen Teilen der Stadt Zürich aktiv: McDonalds, Holy Cow, Dean & David, Kaisin, Subway, Negishi, The Butcher – mit rund 50 Gastronomie­betrieben wurde gestartet. In den kommenden Wochen sollen weitere Betriebe und Stadtteile hinzukommen.

Die Gastronmiebetriebe können dabei ihr Angebot für den Lieferservice anpassen, sodass nur solche Gerichte und Getränke bestellt werden können, die eine mehrminütige Fahrt ohne Qualitätsverlust überstehen. Die durch­schnitt­liche Lieferzeit ab Bestelleingang soll we­niger als 30 Minuten dauern.

Zusätzliche Visibilität
Delano Fischer ist Geschäftsführer des Gastrounternehmens Kaisin, das an vier Standorten in Zürich Poké Bowls (das hawaiianische Nationalgericht, quasi Sushi in einer Schale) verkauft. Fischer erklärt, weshalb sein Betrieb von Beginn an Partner von Uber Eats ist: «Erstens setzten wir schon davor auf Lieferdienste, mittags auf eigene Kuriere und abends auf die Partnerschaft mit Eat.ch. Zweitens erhoffen wir uns dank Uber Eats zusätzliche Visibilität.»

Fischer zählte bereits in den ersten vier Tagen 20 Bestellungen über den neuen Dienst. Da die Kaisin-Gerichte nur aus rohen Zutaten – unter anderem aus Fisch – bestehen, muss die Kühlkette gewährleistet sein. Fischer: «Uber Eats liefert die Gerichte nur innerhalb von drei Kilometern aus. Wir garantieren, dass das Bestellte einwandfrei unsere Produktionsküche verlässt. Der Lieferant stellt sicher, dass die Ware korrekt beim Kunden ankommt.» Geliefert wird mit dem Fahrrad oder Motorrad, die Ware ist dabei in einem Thermo-Rucksack verstaut.

30 Prozent Kommission
Rund 30 Prozent Kommission bezahlen die Gastrobetriebe pro Bestellung, etwa gleich viel wie bei Eat.ch. Der Gast bezahlt pro Bestellung eine Liefergebühr von 4.90 Franken. Interessierte Restaurants können sich hier registrieren.

GastroSuisse-Präsident Casimir Pla­tzer blickt neuen Playern positiv ent­gegen: «Home-Delivery entspricht immer öfter einem Kundenbedürfnis. Es ist nachvollziehbar, dass Lieferdien­ste diesem Interesse nachkommen. Die veränderten Lebens- und Kon­sum­ge­wohn­heiten und die fortschreitende Digitalisierung beeinflussen das Verhalten unserer Gäste.» Platzer bevorzu­ge ein feines Essen in einem schönen Restaurant; aber in der heutigen 24-Stunden-Gesellschaft sei die Zeit oft knapp, anstatt selber zu kochen, lasse man sich etwas liefern. «GastroSuisse hat zum Thema Food Delivery für die Mitglieder einen Flyer herausgegeben und darin die Chancen und Herausforderungen aufgezeigt.»

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