Das Umfeld ist und bleibt herausfordernd

Zuletzt brachen Markus Berger und Jürg Schmid die Medienkonferenz ab. Der neue Kommunikationschef und der bestandene Direktor von «Schweiz Tourismus» (ST) waren am Dienstag in Zürich bombardiert worden: Die grosse, internationale Nachrichtenagentur Reuters hatte Fragen gestellt, desgleichen das grosse deutsche Blatt «Frankfurter Allgemeine Zeitung» und weitere Medien.

Die zahlreich erschienenen Medienschaffenden schienen verwirrt: Sind Bilanz und Aussichten im Schweizer Tourismus nun eigentlich gut, wie es verschiedene Voten in Zürich oder die Medienmitteilung von ST nahelegten? Oder steht es schlecht um den Schweizer Tourismus, wie sich ebenfalls aus verschiedenen Voten sowie aus den am Dienstag veröffentlichten Beherbergungszahlen des Bundesamtes für Statistik (BFS) für 2016 ablesen liesse?

Vorweg ist zu sagen, dass die Daten des BFS mangelhaft sind, was an der Medienkonferenz niemand erwähnte: Wenn man kein Wort zur tragenden touristischen Säule der Parahotellerie verliert, wird jedes Urteil im wahrsten Sinne schräg.

Hinsichtlich Urteilen ist aber auch zu sagen, dass es einerseits darauf ankommt, ob man halbleere oder halbvolle Gläser sieht – und was Tourismusvermarkter lieber sehen, liegt auf der Hand. Andererseits ist aber vorab im alpinen Schweizer Tourismus und in den Wintersportgebieten die Lage derart dramatisch, dass namentlich Jürg Schmid und Urs Züllig, Präsident von Hotelleriesuisse, das auch formulierten: «Das Umfeld war und ist herausfordernd», brachte es der Bündner Gastgeber Züllig auf den Punkt.

Ein deutliches Zeichen der Krise ist die Preisentwicklung: Zwar hat die Schweizer Hotellerie 2016 die Frequenzen einigermassen halten können. Aber die Preise haben erneut nachgegeben, und Züllig wie auch Schmid warnten mit Blick auf die Hotellerie und andere Angebote vor Dumping.

Aus grosser Flughöhe lässt sich sagen, dass die heuer 100 Jahre alte ST insgesamt zurück zu den Anfängen geht: als in der Schweiz reiste, wer sich das leisten konnte und wollte. Der Individualreisende (FIT) gerät damit besonders in den Fokus, was sich etwa in China zeigt: Die Zahl der Gruppenreisenden nimmt im Vergleich zu den FIT rasend schnell ab.

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