Der Beginn eines Abenteuers

Es ist geschafft! Filipe Fonseca Pinheiro hat sich am Mittwochabend für das Final des Bocuse d’Or in Lyon qualifiziert. Dank dem 8. Platz werden er und sein Commis Nikola Marijanovic sich im Januar mit den Weltbesten messen können. «Ich bin mit unserer Leistung zufrieden», sagt Filipe, als er aus der Küche kommt. Sein Fleischgericht sowie sein Fisch seien genau so rausgekommen, wie er es sich gewünscht hatte.

Diejenigen, die sich mehr als den 8. Platz erhofft hatten, dürfen nicht vergessen, dass Budapest nur eine Zwischenetappe war. Filipe kündigte bereits im Vorfeld an, in Budapest auf Nummer sicher zu gehen. Damit halte er seine Joker für den Bocuse d’Or mondial in Lyon zurück, wo er dann glänzen will. Doch in Budapest erhoffte er sich schon, für eines seiner Gerichte mit einem Preis ausgezeichnet zu werden. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

Um zu gewinnen, sei es nun in Lyon oder in Budapest, braucht es allerdings das gewisse Etwas: alles richtig machen, perfekt sein, mit einer innovativen und kreativen Note. Auf diesem Kochniveau genügt eine perfekte Ausführung von «klassischen» Gerichten halt nicht mehr, um zu gewinnen. Doch wer etwas Besonderes will, muss auch Risiken eingehen.

Auch darf man nicht vergessen, dass Filipe, wie auch viele andere Schweizer in unterschiedlichsten Domänen, in Sachen Kochwettbewerben ein «Milizionär» ist. Dienstags bis samstags stehen er und Nikola im Dienste der Gäste des Hôtel de Ville in Crissier. Erst nach getaner Arbeit widmeten sie sich jeweils den Wettbewerbsvorbereitungen.

Während ihres Aufenthalts in Ungarn hatten Filipe, Nikola und ihr Coach Jean-Michel Martin die Gelegenheit, sich in ihrer gemeinsamen Arbeit zu festigen. Zum ersten Mal befanden sie sich in einer auswärtigen Wettbewerbssituation, während fünfeinhalb Stunden umgeben vom Geräuschpegel einer stimmungsvollen Menschenmenge. Die geforderten Leistungen vermochten sie zu erbringen.

Das Team erhielt die Gelegenheit, sich mit den Besten zu messen. Denn es darf darauf gewettet werden, dass einige der elf qualifizierten Nationen auch in Lyon sehr gut abschneiden werden. Das heisst, Filipe und Nikola können stolz sein auf ihre Leistung. An Ansehen haben sie ganz bestimmt nicht verloren. Vielleicht vermag dieser 8. Platz für das Finale auch etwas vom Druck wegzunehmen, der auf ihren Schultern lastet.

Befreit von dieser Last, gelingt es Fi­lipe und Nikola allenfalls sogar, anlässlich des Bocuse d’Or mondial, die favorisierten Kandidaten aus dem hohen Norden zu schlagen – wer weiss.

Das Fleischgericht von Filipe Fonseca Pinheiro


Exquisites von der Hirschkuh in drei Abfolgen

  • Filet sanft gegart und umrahmt mit Speck aus Begnins
  • butterzarte Rehkeule mit Pilzen parfümiert im Saft (Féchy)
  • Crispies gewürzt mit scharfem Pfeffer aus Madagaskar
  • ein Happen schöner weisser Walliser Spargeln
  • rosa Schalotten-Confit an wildem Thymian
  • Eierstich aus Morcheln und ­grünen Spargeln

 

Die Rangliste

Qualifiziert für das Finale in Lyon:

1. Ungarn1335 Punkte
2. Norwegen1282 Punkte
3. Schweden (bester Commis)1272 Punkte
4. Frankreich (bestes Fleischgericht)1265 Punkte
5. Island (bestes Fischgericht)1226 Punkte
6. Finnland1197 Punkte
7. Holland1171 Punkte
8. Schweiz1158 Punkte
9. Belgien1126 Punkte
10. Dänkemark1110 Punkte
11. Estland1049 Punkte

 

Nicht qualifiziert für das Finale in Lyon:

12. Deutschland1042 Punkte
13. Österreich1039 Punkte
14. Italien1027 Punkte
15. Türkei996 Punkte
16. Spanien971 Punkte
17. Grossbritannien968 Punkte
18. Russland834 Punkte
19. Kroatien818 Punkte
20. Bulgarien798 Punkte

 

www.bocusedor.com

Aktuelle News