Der Wunsch nach Bodenhaftung

Im Rahmen der Igeho hat zum zweiten Mal das Swiss Hospitality Invest­ment Forum (SHIF) im Congress Center Basel stattgefunden. Ein Anlass, der als Wissens- und Kontaktplattform für Hoteliers und Investoren dient und Themen wie Verkaufen, Investieren und Finanzieren in der Schweizer Hospitality-­Industrie aufgreift. Inhalte, die für die Beherbergungs-Akteure in Zeiten schwieriger Nach­folgeregelung, Investitionsengpässen und neuer Finanzierungsformen essenziell sind.

Das Programm versprach dann auch einige interessante Vorträge und Panels. Schade ist hier rückblickend, dass sich trotz dieser Themen­vielfalt am Ende kaum Einzelhoteliers am Forum einfanden – beim Grossteil der rund 200 Gäste handelte es sich um Vertreter von Banken, Unternehmensberater und Hoteliers von Ketten beziehungsweise grösseren Gruppen. Denn gerade für Einzelhoteliers wäre die Chance, an Investoren heranzukommen und sich mit den Möglichkeiten von alternativen Finanzierungsmethoden auseinanderzusetzen, spannend gewesen. Warum sie fehlten, lässt sich nur erahnen. Lag es am Programm oder an der Flughöhe der Referenten, die stellenweise etwas Bodenhaftung vermissen liessen? Denn wie gross der Graben zwischen einem «normalen» Hotelier und beispielsweise einem Finanzinstitut ist, zeigte sich eindrücklich bei einer Diskussionsrunde zum Thema Finanzierung von Hospitality Immobilien. Kurt Baumgartner, seines Zeichens erfolgreicher Hotelier im Engadin, kritisierte den Vertreter einer Grossbank, dass diese ohnehin keine Projekte von Leuten wie ihm zu reellen Konditionen finanzieren würde.

Ein Wermutstropfen war zudem, dass zum Teil an gesetzten Themen vorbeigeredet wurde. So hätte sich das Gespräch mit Eva Bachmann von Meininger Hotels um Erfolgsfaktoren für höhere Renditen und Wert­steigerung der Immobilien drehen sollen – und am Ende wurde einfach über das Konzept Meininger gesprochen. Dasselbe geschah in einer Panel-Diskussion zum Thema Umnutzung von Hotels zwecks Verkauf, bei dem am Ende über Effizienz-Steigerung diskutiert wurde.

Zusammengefasst funktioniert das SHIF für die Gossen, für die Kleinen aber nicht – und das ist schade. Denn genau diejenigen fehlten, die den Kontakt zu Investoren sowie Tipps in diesem Themen-Bereich nötig hätten.

www.shif.ch

Aktuelle News