Die Schweiz bleibt an der Spitze

Restaurantführer wie Gault Millau und Guide Michelin polarisieren. Einige Gastronomen distanzieren sich bewusst von den Bewertungen, während andere sie als die grösste Bestätigung ihrer Arbeit sehen und ehrgeizig darauf hinarbeiten. Das trifft etwa auf Moses Ceylan und Sebastian Zier vom «Einstein Gourmet» in St. Gallen zu: Die beiden Spitzenköche haben in den vergangenen Jahren alles gegeben, um mit dem zweiten Stern belohnt zu werden. Und ihre Rechnung ging auf: Sie können sich heuer zu den insgesamt 19 Adressen in der Schweiz zählen, welche die Auszeichnung tragen.

Damit sind die beiden nicht allein. Auch Christian Kuchler von der Taverne zum Schäfli in Wigol­ingen wurde in den Kreis der 2-Sterne-Restaurants aufgenommen. Im Unterschied zum Doppelgespann vom Einstein war die Auszeichnung nicht sein Ziel: «Ich bin überrascht und hätte nicht damit gerechnet», verkündete er bei der Pressekonferenz am vergangenen Montag. «Aber es ist schön zu sehen, dass auch ein kleines Familienunternehmen ohne finanzielle Unterstützung durch einen Mäzen den zweiten Stern erreichen kann.» In der Taverne zum Schäfli überzeugten die Test-Esser vor allem die Produktqualität sowie die präzise Kochtechnik, die Kuchler und sein Team anwenden.

Neuzugänge gab es auch im Bereich der 1-Stern-Restaurants: 14 von insgesamt 96 Adressen konnten sich über ihre erste Auszeichnung freuen. Die entsprechenden Betriebe sind über die ganze Schweiz verteilt, von Andermatt über Malans bis hin zu Yverdons-les-Bains. In der Kategorie der 3-Sterne-Restaurants blieb hingegen alles beim Alten. Sowohl Andreas Caminada vom Schloss Schauenstein in Fürstenau wie auch Franck Giovannini vom Hôtel de Ville in Crissier und Peter Knogl vom Cheval Blanc in Basel konnten ihre Sterne verteidigen.

Mit der Veröffentlichung des neuen Restaurantführers verkündete Michael Ellis, internationaler Direktor des Guide Michelin, auch gewisse Neuerungen: So kommt der Restaurantführer ab sofort in einem modernen, lesefreundlicheren Layout daher. Auch hegt das Unternehmen Expansionspläne. Heuer wurden vier neue Führer publiziert, etwa für Shanghai und Bangkok. Die Bewertungskriterien seien jedoch in jedem der insgesamt 28 abgedeckten Länder die gleichen, betont Ellis. Und nennt gleich noch einen Trend, der in der Gastronomie zu beobachten sei: Casual Fine Dining. Der Begriff, der in Frankreich als «Bistronomie» bekannt ist, bezeichnet eine gehobene Küche in einem lockeren, ungezwungenen Rahmen. Bei den Test-Essern des Guide Michelin scheint dieser Trend allerdings noch nicht ganz angekommen zu sein. Die Mehrheit der ausgezeichneten Restaurants bleibt nach wie vor dem klassischen Stil treu.

www.viamichelin.ch

Aktuelle News