Dominanz der Online-Buchungsportale nimmt zu

Nicht nur in der Schweiz hat die Marktmacht der grossen Online-Buchungsportale zugenommen (siehe GJ09), sondern auch in Deutschland, wie die jüngste Studie des Instituts für Tourismus der Fachhochschule Westschweiz Wallis (HES-SO Valais/Wallis) rund um Roland Schegg und im Auftrag des Hotelverbandes Deutschland zeigt. So wurde im Jahr 2016 auch in Deutschland jede vierte Hotel­übernachtung (25,2%) über ein Online-Buchungsportal generiert.

Die dominierenden Portale auf dem deutschen Markt sind Booking.com (54,7%: im Vorjahr noch 47,2%), gefolgt von der HRS Group (30,4%) und Expedia (10,8%). Was hier auffällt, ist, dass sich in Deutschland mit Booking.com und HRS doch noch zwei Portale um den Kuchen balgen, während in der Schweiz Online-Gigant Booking.com beinahe eine Monopol-Stellung geniesst. Hier zeigt sich, dass die deutsche HRS Group offenbar noch vom Heimvorteil profitieren kann – wie lange noch? Das ist hier die Frage.

Hinzu kommt, dass auch die gesprengte Ratenparität in Deutschland das Wachstum der Online-Buchungsportale offenbar nicht einzudämmen vermag, wie Markus Luthe, Hauptgeschäftsführer des Hotelverbandes Deutschland, in einer Mitteilung festhält: «Die ­aktuelle Studie zeigt, dass Online-Buchungsplattformen einen kontinuierlich grösser werdenden Anteil von Hotelbuchungen an sich ziehen und trotz des Verbots ­so­genannter enger und weiter ­Paritätsklauseln bei HRS und Booking.com insgesamt weiter Marktanteile ge­winnen. Während die klassischen Offline-Vertriebskanäle der Hotels rückläufige Werte verbuchen.» In der deutschen Hotellerie weiter an Bedeutung verloren haben so die traditionellen Buchungswege wie Telefon, Brief oder Fax (30,3% im Jahr 2013, 25,5% im Jahr 2016) und auch der Verkauf über klassische touristische Partner, wie Tourismusverbände, Reisebüros et cetera (11,5% im Jahr 2013, 6,4% im Jahr 2016). Wurden zudem 2013 noch über 26 Prozent der Übernachtungen in deutschen Hotels per Telefon gebucht, fiel der Anteil im Jahr 2016 auf 22,5 Prozent. Trotz der Einbussen ist das Telefon aber noch ­immer der zweitwichtigste ­Buchungskanal der deutschen ­Hotellerie.

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