Ein beunruhigendes Bewilligungsverfahren

«Es kann nicht sein, dass die einheimischen Wirte gegenüber den Standverkäufern benachteiligt werden», sagt Bruno Lustenberger, Präsident von GastroAargau. Er spricht damit eine Problematik an, die unter den Gastgebern in Aarau für Beunruhigung sorgt. Denn die Stadt hat kürzlich nicht nur die Gebühren für öffentliche Terrassen erhöht, sondern auch kulinarische Events wie das Street Food Festival bewilligt, die vor der Tür der Restaurants stattfinden – und für welche die Gastgeber ihre Terrassen räumen müssen.

«Letztes Jahr fand das Street Food Festival noch in einem anderen Bereich statt, wo es keine Boulevard-Restaurants gibt», erzählt Othmar Gruber vom Restaurant El Camino in Aarau: «Nun findet es während drei Tagen direkt vor unserer Nase statt, und wir müssen dafür entweder unsere Terrassen räumen oder uns zu horrenden Preisen in den Event einkaufen.»

Die Bewilligungspraxis der Stadt sei deshalb so ärgerlich, weil es im Grunde genug andere öffentliche Plätze für das Street Food Festival gäbe. «Wir sind generell dazu bereit, unsere Terrassen für öffentliche Veranstaltungen zur Verfügung zu stellen», erklärt Gruber: «Aber nicht für Food Festivals, die vor unserer Haustür stattfinden und uns direkt konkurrenzieren.» Sich in den Event einzukaufen sei auch keine Option, da Restaurants wie das El Camino ein ganz anderes Konzept vorweisen als die Stände beim Street Food Festival.

Othmar Gruber hat deshalb Kontakt zu GastroAargau aufgenommen, um mögliche Vorgehensweisen zu prüfen. «Wir sind im Moment daran, einen Brief an den Stadtrat von Aarau vorzubereiten, um auf die Problematik hinzuweisen», bestätigt Bruno Lustenberger und versichert: «Wir werden alles daran setzen, dass unsere Mitglieder nicht benachteiligt werden.»

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