Eine goldene Köchin gewinnt

«Sie war von der ersten bis zur letzen Sekunde des Wettbewerbs an der Spitze», erzählt der Küchen-­juror Jean-Michel Martin, der sich von der Ausdauer der Finalistin beeindruckt zeigt. Diesen Montag hat Elodie Manesse, Cheffe de Partie im Restaurant Vieux-Bois der Hotelfachschule in Genf, am Finale des Goldenen Kochs eine Meisterleistung an den Tag gelegt. In 5 Stunden und 30 Minuten hat sie einen Kabeljau und ein Schweinskarree auf ausserordentliche Weise verfeinert.

Was bei ihr den Unterschied ausmachte? Wie üblich ist es die Liebe zum Detail und die Feinheit des Geschmacks, aber auch eine gute Portion Kreativität.

Der Sieg ist für Elodie Manesse ein Traum, der in Erfüllung geht, aber auch das Ende einer Etappe. Man könnte sogar sagen, dass sich der Kreis geschlossen hat: Denn vor knapp zwei Jahren hat Elodie bereits beim Goldenen Koch teilgenommen, damals aber als Commis des Gewinners Filipe Fonseca Pinheiro. Nun tritt sie in seine Fussstapfen und konnte ihre eigene Trophäe entgegennehmen. Damit ist sie nicht nur erst die dritte weibliche Siegerin, sondern mit ihren 24 Jahren auch die jüngste.

Für Elodie ist nun der Zeitpunkt gekommen, sich eine Auszeit von den Wettbewerben zu nehmen. Während den letzten zwei Jahren hat sie nämlich nicht nur als Commis beim Goldenen Koch teilgenommen, sondern auch bei der Swiss Finger Food Trophy gewonnen und nun noch als Finalistin beim Goldenen Koch 2017.

«Die Arbeit zahlt sich immer aus», meint Rodolphe Collet, Elodies Chef im Restaurant Vieux-Bois, der sehr berührt und stolz auf seinen Schützling ist: «Seit zwei Monaten übte sie täglich für das Finale und verbrachte jedes Wochenende mit den Wettbewerbsvorbereitungen.»

Im Finale konnte Elodie Manesse auf ihren Commis Robin Bessire zählen, der die Jury mit seiner Leistung beeindruckte. Daher überrascht es nicht, dass er mit dem Preis als «Bester Commis» belohnt wurde. Von Elodie wird Robin, der sein zweites Lehrjahr ebenfalls im Restaurant Vieux-Bois absolviert, als «ihre Kampfmaschine» bezeichnet. 

Auch wenn Elodie Manesse als deutliche Gewinnerin hervorging, war die Trophäe des Goldenen Kochs hart umkämpft. «Dieses Jahr hätte jeder der Finalisten gewinnen können», kommentiert Armin Fuchs, Organisator des Wettbewerbs: «Das Niveau war einfach sensationell.»

Elodie Manesse wird sich nun auf die Tour Culinaire in der Schweiz begeben. Es ist zu hoffen, dass ihre Auszeit nicht zu lange anhält.

Alle Resultate
1. Platz: Elodie Manesse
2. Platz: Florian Bettschen
3. Platz: Soho Sumiya
4. Platz: Cyrille Anizan, Manuel Hotz und Laurenc Kugel
Bester Commis: Robin Bessire
Publikumspreis: Florian Bettschen

 

Fischplatte

  • Kabeljauherzstück, leicht gesalzen, in grüner Hülle
  • Garnelenspiess auf Ceviche-Art
  • Barigoule-Sauce mit nativem Olivenöl Extra Vergine
  • Feinblättriges Wurzelgemüse
  • Chartreuse von Artischocken mit konfierten Zitronen
  • Zartschmelzende Kartoffel-kreation
  • Escabèche von Garnelen mit Baby-Gemüse

Fleischplatte

  • Gebratenes, mit den ersten Morcheln gefülltes Schweinskarree
  • Knuspriges von der Schulter, parfümiert mit Pfeffer aus dem Maggiatal
  • Emulsion mit Arbois – Vin Jaune
  • Pennetimbale
  • Säuerlich in Butter gedünsteter Kohl und knackiges Gemüse
  • Sauce mit Vin Jaune aus Arbois
  • Fantasie vom Butternusskürbis mit schwarzen Diamanten

 

 www.gastrojournal.ch/goldenerkoch

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