Gastgeber gegen mehr Bürokratie

Thomas Wolf ist gelernter Koch und Absolvent der Hotelfachschule Thun. Wolf war bei Mc Donald's Schweiz engagiert, hat die Militärkantine in Herisau geführt und war für Haldengut tätig. Seit 2010 führt er mit seiner Lebenspartnerin Priska Hasler das Restaurant Bahnhöfli in Winterthur-Wülflingen. 2018 kandidiert Wolf erstmals für den «Grossen Gemeinderat», das Winterthurer Stadtparlament, Liste 2, um sich für die Interessen des Gastgewerbes einzusetzen.

GastroJournal: Warum engagieren Sie sich politisch?
Thomas Wolf: Ich war politisch schon immer interessiert und kenne auch etliche Politiker in meinem privaten sowie beruflichen Umfeld. Auslöser für die Kandidatur war neben des Besuchs des GastroZürich-Kurses «Gastgewerbe stärken − Politik aktiv mitgestalten» im Jahr 2015 auch, dass ich aktiv angefragt wurde, ob ich nicht Lust hätte zu kandidieren. Ich habe es mir überlegt und ja gesagt. Zumal die Chance, gewählt zu werden, mit dem 13. Listenplatz sehr gut ist, und ich neben der Partei auch von GastroWinterthur, der Handelskammer Winterthur sowie dem Dachverband der Winterthurer Sportvereine unterstützt werde.

Was sind Ihre politischen Ziele?
Vor allem möchte ich mich für weniger Bürokratie einsetzen. Denn wir sehen am Beispiel Largo, wohin diese führen kann. Weiter werde ich mich für eine flüssige Verkehrsführung einsetzen, für mehr Lehr- und Arbeitsplätze, denn das ist gerade in unserer Branche ein ganz grosses Thema. Ein weiteres Thema, das auch das Gastgewerbe tangiert, sind die immer neuen und ansteigenden Gebühren für dieses und jenes: angefangen bei Gebühren für einen Aschenbecher, den man vor dem Betrieb anschraubt, bis hin zu Gebühren für Terrassenplätze. Und zu guter Letzt möchte ich mich für attraktive Strom- und Wasserpreise engagieren.

Worunter leidet das Winterthurer Gastgewerbe am meisten?
Die meisten Betriebe, und das ist kein Geheimnis, haben einfach ein Ertragsproblem. Hinzu kommen die hohen Personal- und Sozialkosten, um nur einige finanzielle Aspekte aufzugreifen. Ein Problem sind auch die teilweise haarsträubenden Lebensmittelvorschriften. Was mich persönlich auch immer mehr stört, ist, dass wir betreffend Lieferantenwahl zunehmend eingeschränkt sind beziehungsweise, dass wir unsere Feinde noch füttern. Denn die beiden orangen Grossverteiler, von denen wir unsere Produkte beziehen, konkurrenzieren uns noch mit eigenen Lokalen, die billigere Preise anbieten, als wir es je könnten. Und weil mich das stört, beziehe ich so viel wie möglich von lokalen Produzenten.

Wie vereinbaren Sie Gastgebertum und Politik?
Ich habe eine tolle Lebenspartnerin wie auch einen engagierten Koch sowie Mitarbeitende, auf die ich mich verlassen kann, und die den Betrieb auch mal ohne mich führen können. Zudem beansprucht mich das Amt im Gemeinderat zeitlich nicht so sehr, dass es nicht machbar wäre. Das muss gehen − und ich hoffe, dass es dann auch so weit kommt.

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