Genf mit Gutscheinaktion für Gastronomen, Jean-Pierre Pellegrin sorgt für grossartige Weine

Vor wenigen Tagen hat die drittgrösste Weinbauregion der Schweiz die Weinlese 2020 beendet. Die Vielfalt von über 30 Rebsorten auf gut 1400 Hektar zieht die Erntezeit von August bis Ende Oktober in die Länge. Alle klimatischen Bedingungen passten, sodass 2020 in Genf ein Top-Jahrgang werden dürfte. 24 Mal Gold heimsten die Genfer Winzer dieses Jahr am Wettbewerb Grand Prix du Vin Suisse ein.

Nur fehlen diese Tropfen oft auf der Weinkarte in den Schweizer Restaurants. Das will nun die Weinregion Genf mit der Gutscheinaktion «Swiss Wine Geneva» ändern: Betriebe profitieren von 20 Prozent Rabatt in Form eines Geschenkgutscheins, einlösbar bei allen Genfer Weinkellereien und Weinhändlern.

200 Franken einsparen
Und so funktioniert es: Das Restaurant kauft Weine für einen Mindestbetrag von 1000 Franken bei einem oder mehreren Weingütern im Kanton Genf ein (die verschiedenen Rechnungen können kumuliert werden, die vollständige Liste der Weinkeller finden sich auf geneveterroir.ch). Zweitens: Die Gastgeber senden die Rechnung(en) per Mail oder Post an die Fondation Office pour la Promotion des produits agricoles Genève (OPAGE): OPAGE, Route de Soral 93, 1233 Bernex oder an mark.jan-du-chene@ geneveterroir.ge.ch. Drittens: Das Restaurant erhält einen Gutschein über 200 Franken pro 1000 Franken Einkauf, der bei der nächsten Bestellung verwendet und eingelöst werden kann.

Bestes Beispiel für die Vielfalt ist die Domaine Grand’Cour aus Satigny, die sich so nah bei Genf befindet, dass von den relativ flachen Weinbergen aus der Jet d’eau zu sehen ist. Hier kümmert sich Jean-Pierre Pellegrin (59), gleichzeitig Präsident der lokalen Winzervereinigung, in neunter Generation um rund 30 Hektar Reben und 20 verschiedene Sorten. Den Ertrag von 10 Hektar verkauft er an die Cave de Genève, den grössten Betrieb des Genfer Weinbausektors. Die Rebberge von Grand’Cour befinden sich mit rund 350 bis 500 Metern über Meer höher als Bordeaux oder Beaune, was für mehr Säure sorgt.

Jahrgang 2020 in Genf: gute Qualität, weniger Ertrag
«Dieses Jahr haben wir die Ernte am 31. August mit Pinot Blanc und Pinot Gris angefangen und erst Mitte Oktober abgeschlossen», informiert Pellegrin. «Wegen der Trockenheit rechnen wir 2020 mit rund 20 Prozent weniger Ertrag.» Der Vorteil seines umfangreichen Sortenspiegels ist, dass das Weingut praktisch jede Woche eine andere Traubenart ernten und so das Risiko verteilen kann. Als der Spitzenwinzer die Verantwortung von seinem Vater übernahm, entschied er sich, Chasselas- und Gamay-Stöcke auszureissen sowie den 600 Jahre alten Hof und den Keller zu renovieren.

Die Weine der Domaine Grand’Cour, Mitglied der Mémoire des Vins Suisses (Vereinigung der besten Weinproduzenten der Schweiz),  zeichnen sich durchwegs durch eine konstant hohe Qualität aus – vom einfachen, reinsortigen Auxerrois mit seinem einladenden Duft von Quitten und Williamsbirnen über den Sauvignon Gris bis zum Paradepferd, dem Grand’Cour, der Teil der Mémoire des Vins Suisses ist.

Herausragend bei den aktuell erhältlichen Jahrgängen sind der säurearme Viognier 2019 (passend zu Terrinen, Fisch und Jakobsmuscheln), die weisse Cuvée mit Kerner, Riesling und Sauvignon Blanc sowie eben der finessen­reiche Grand’Cour 2017 aus 70 % Caber­net Franc, 28 % Cabernet Sauvignon und 2 % Merlot. Noch dominiert die Fassnote neben eleganten Tanninen und dem Duft von schwarzen Beeren. Der körperreiche Wein, einer der besten der Schweiz und angesichts dieser Qualität noch immer preiswert, wird von 2023 bis 2026 für Begeisterung sorgen: 18/20 Punkte.

 

 

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