Getränke, die einschenken

In den Medien ist Wasser ein Dauerthema: Seien es die Kosten für «eine Flasche Mineral» oder die Grundsatzfrage, ob Hahnenwasser überhaupt verrechnet werden dürfe – die Meinungen dazu sind so vielfältig wie das Getränk selbst. Denn Wasser hat einiges mehr zu bieten, als man auf den ersten Blick glauben dürfte – von der Herkunft über den Geschmack bis hin zum Mineralstoff­gehalt.

«Wasser ist ein Geschenk», bringt es Zita Langenstein, Leiterin Weiterbildung bei GastroSuisse, auf den Punkt. Denn das flüssige Gut ist nicht nur sehr gesund, ­sondern im Unterschied zu anderen ­Getränken auch lebensnotwendig. «Es ist notwendig, dass dem Wasser und Mineralwasser mehr Wertschätzung entgegen­gebracht wird. Auch in der Gastronomie», sagt die Expertin. Denn die Schweiz gelte mit all ihren Quellen weltweit als Wasserschloss und die Konsumenten hätten sich bereits daran gewöhnt, dass beliebige Mengen davon vorhanden sind. «Der Umgang damit ist entsprechend grosszügig.»

Dabei bietet Wasser gerade im Gastgewerbe ein riesiges Potenzial: So gibt es unter anderem in den Bereichen Inszenierung, Beratung und Verkauf viel Luft nach oben. Um diese Wissenslücke zu schliessen, hat GastroSuisse zusammen mit dem Verband schweizerischer Mineralquellen und Soft-Drink-Produzenten (SMS) die neue Weiterbildung «Der Schweizer Wasser-Sommelier» ins Leben gerufen. Das Spezialisten-Seminar zielt darauf ab, den Teilnehmenden die Mineralwasser-Vielfalt aufzuzeigen und sie im Verkauf und Service des beliebten Getränks zu schulen. «Gerade für Service-Mitarbeitende und Restaurant-Leiter sollte dieses Wissen Pflicht sein», sagt Zita Langenstein und unterstreicht damit die grosse Bedeutung von (Mineral-) Wasser im Ausser-Haus-Markt.

Das Seminar dauert inklusive Prüfung fünf Tage und verbindet theoretische Module mit praktischen, darunter etwa den Besuch einer Schweizer Mineralquelle, die Besichtigung eines Betriebs mit diplomierten Wasser-Sommeliers und die sensorische Degustation. Dabei kommen auch die Themen Food Pairing, Angebots­planung und Service nicht zu kurz.

Ergänzt wird das Thema Wasser mit einem Fokus auf alkoholfreie Getränke. Denn diese sind auswärts sehr gefragt: Aufgrund des starken Trends «Gesundheit» und seit der Promillegrenze nimmt die Zahl der Gäste, die sich im Restaurant ein alkoholisches Getränk gönnen, zunehmend ab. Auch die Wandlung des Lebensstils spielt hierbei eine Rolle: Viele Gäste verzichten aus gesundheitlichen Gründen auf Alkohol oder ziehen Sport oder Schlaf dem Feierabendbier vor. So oder so bieten die Getränkealternativen ein spannendes Potenzial: Sie sorgen für Abwechslung auf der Getränkekarte und bieten eine Vielzahl von Zubereitungsmöglichkeiten, beispielsweise mit Tee, Säften oder Vergorenem ohne Alkohol.

Eine Idee von Zita Langen-stein: «Ich würde mir wünschen, dass Restaurants künftig mehr hausgemachte Eistees anbieten.» Denn in kei-nem anderen europäischen Land werde so viel Eistee getrunken wie in der Schweiz. Meist erhalte man auswärts aber ein Getränk, das mit Pulver angerührt wurde. «Dabei gibt es so viele tolle Möglichkeiten, um mit einheimischem Wasser, Kräutern oder Früchten hochwertige Eistees zu kreieren.»

Wer mehr über das Verkaufspotenzial von Wasser und alkoholfreien Getränken erfahren möchte, kann sich ab sofort online für den «Schweizer Wasser-Sommelier» anmelden (Link unten). «Die Weiterbildung ist ein Pilotprojekt und wird diesen November zum ersten Mal durchgeführt», erklärt Zita Langenstein. Die Seminar­tage finden in Zürich, Gontenbad und Bad Ragaz statt. Ein detailliertes Programm wie auch das Anmeldeformular stehen auf der Website von GastroSuisse bereit.

www.gastrosuisse.ch

 

 

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