Im Leben kommt immer alles gut

«Früher habe ich ja immer behauptet: Ich kann nicht singen», sagt Gastgeber Urs Burch mit einem Schmunzeln. Durch den Wirtechor Luzern habe er diese Aussage jedoch kontinuierlich revidiert. ­Vielmehr ist er heute gar als Präsident des Chors aktiv, der heuer sein 85-Jahr-Jubiläum feiert – «und das als ­Obwaldner». Ja, der Wirtechor Luzern nimmt in Burchs Leben inzwischen eine wichtige ­Rolle ein. Denn: «Singen tut der Seele gut und ist ein wunderbarer Ausgleich zum Betrieb. Zudem bin ich im Chor unter Kollegen und kann mich auch mal am Ende einer Dienstagnachmittags-Probe ungezwungen austauschen und den Abend geniessen.» Wenn Urs Burch vom Chorleben erzählt, dann kommt er direkt ins Schwärmen. Er hat definitiv seine private Passion gefunden.

«Wenn die Gäste sich freuen, dann geht mir das Herz auf»

Die berufliche Passion indes, Koch und Gastgeber sein, die hat er schon etwas früher für sich entdeckt. Aufgewachsen auf einem Bauernhof in Stalden im Kanton Obwalden zusammen mit sechs Geschwistern, war es selbstverständlich, dass die Kinder mithelfen mussten. Da Urs ungern im Stall mithalf, ging er jeweils seiner Mutter in der Küche zur Hand. «So bin ich schon früh mit dem Kochen in Berührung gekommen und irgendwie habe ich gemerkt: Koch, das könnte etwas sein für mich.» Nach einem Praktikum in Montreux war es dann definitiv klar: die Kochlehre muss es sein. «Das Faszinierende am Kochen ist, dass man einfache Lebensmittel in so etwas Tolles wie ein Gericht verwandeln kann. Wenn das gelingt und sich die Gäste darüber freuen, dann geht mir einfach das Herz auf.»

Seine Kochlehre hat Burch im Hotel Krone in Sarnen absolviert. Im Anschluss arbeitete er unter anderem im ehemaligen Hotel Fürigen auf dem Bürgenstock sowie als Küchenchef im Restaurant Milchsüdi in Cham. Die Stelle bekam er, weil der Ehemann der damaligen Chefin Ursula Gisler meinte: Nimm den Burch, der kommt vom Land, der kann arbeiten. «In Cham hat es mir sehr gefallen.» Von dort weggetrieben hat ihn dann einzig der Wunsch nach einem Sprachaufenthalt. Nachdem es mit der Traumdestination Australien nicht klappte, verschlug es ihn für einige Monate nach England.

«Singen tut der Seele gut»

Zurück in der Schweiz hielt er Ausschau nach einer neuen Herausforderung. Diese kam in Gestalt des ehemaligen langjährigen Präsidenten von Gastro­Nid­walden, Urs Emmenegger, der ihn kurzerhand in den Engel nach Stans holte. Was anfänglich als kurzes Intermezzo begann, wurde am Ende zu mehreren Jahren, in denen Burch nicht nur als Küchenchef tätig war, sondern sich auch im Bereich Lernenden-Ausbildung engagierte und seine Tätigkeit als Prüfungsexperte aufnahm. Letztere übt er bis heute mit viel Enthusiasmus in den Kantonen Ob- und Nidwalden aus. Nicht in Luzern? «Nein, aber das ist gut so, denn so habe ich eine gewisse Distanz zu den Betrieben – und ich komme auch mal ab und an wieder in die Heimat», er lacht.

Nach Stans führte Burch gemeinsam mit seiner Frau den Landgasthof Sand in Kerns, bevor er mit ihr das KlosterGasthaus Löwen übernahm. Auf das Gasthaus wurde er via GastroJournal-Inserat aufmerksam. «Dort stand: Restaurant zu verpachten mit vier Räumen. Das konnte ich mir irgendwie nicht vorstellen. So habe ich es mir angeschaut und war sofort fasziniert von der Kloster-Atmosphäre, von der Umgebung, dem Charme des aus dem 16. Jahrhundert stammenden Hauses – und wusste, das kommt gut!»

«Nimm den Burch, der kommt vom Land, der kann arbeiten»

Der Umzug in den Kanton Luzern brachte neben einem neuen Kanton und Umfeld auch Burchs Eintritt in den Wirtechor Luzern mit sich. «Für mich war das Mitmachen im Chor nicht nur wegen des Singens sehr wichtig, sondern auch wegen der Integration in der neuen Umgebung», ist Burch rückblickend überzeugt. Denn es sei immer positiv, wenn man sich engagiere, zusammenarbeite. Letzteres pflege er auch intensiv mit der Psychiatrie sowie der Klosterbäckerei und -metzgerei. Weiter ist Burch als Co-Präsident des Gewerbevereins engagiert.

Engagement und engagierte Leute, das wünscht er sich auch für den Wirtechor Luzern in den nächsten Jahren – und für sich selbst hofft er, noch lange im Löwen zu bleiben. Und sonst, was noch? «Sonst kommt es wie es kommt, nämlich gut.» Man glaubt es ihm sofort!

 

 

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