Leidenschaftlicher Kämpfer fürs Gastgewerbe

«Solange es keine ‹Homestory› wird, bin ich gerne dabei», kommentierte der sonst sehr mediale Maurus Ebneter die Anfrage für ein Porträt seiner Person. Nein, Badewannenbilder sind nicht gefragt, deshalb trifft man sich an diesem Vormittag in einem Mitgliedsbetrieb des Wirteverbands Basel-Stadt, dessen neuer Präsident er seit kurzem ist. «Über die Wahl habe ich mich sehr gefreut. vor allem weil ich nicht einfach automatisch nachgerutscht bin, sondern mich einer Gegenkandidatin stellen musste», sagt Ebneter. Dass die Wahl am Ende so deutlich ausfiel, das motiviere ihn nun erst recht, das Amt anzutreten und sich gemeinsam mit zwei bisherigen und vier ­neuen Vorstandskollegen für die Branche einzusetzen.

«Um Erfolg zu ­haben, braucht es viel Engagement»

Dass Maurus Ebneter heute ist, was er ist, hat viel mit seiner Geschichte zu tun. Geboren in Luzern und aufgewachsen im elterlichen Hotelbetrieb Kaubad in Appenzell, war er seit jeher mit dem Gastgewerbe verbunden. «Bereits als 8-Jähriger habe ich als Kellerbursche mit angepackt… So hat das alles begonnen.» Das Hotel ist inzwischen verkauft, «weder meine Schwester noch ich wollten es damals übernehmen», die Verbindung zur Heimat jedoch nie abgebrochen. Das liegt unter anderem daran, dass Maurus familiär bedingt nach wie vor Einsitz im Verwaltungsrat der Appenzeller Alpenbitter AG hat, da sein Grossvater Erfinder des legendären Schweizer Getränks war. Was bei Ebneter zudem kaum verloren ging, ist der Dialekt. Auch nach über 30 Jahren in Basel will er nicht verleugnen, woher er stammt.

Geprägt vom elterlichen Betrieb, absolvierte Ebneter nach einer kaufmännischen Lehre die Hotelfachschule Luzern. «Ich wollte immer in die Welt hinaus, und diese Ausbildung war für mich die ideale Basis.» Weg von daheim, das hat er dann getan und ist für zwei Wintersaisons als F&B-Manager in die Vereinigten Staaten gegangen. «Mit 23 Jahren war ich für drei Restaurants sowie 60 Mitarbeitende zuständig, es war toll, so jung Verantwortung zu übernehmen.»

«Ich bin nie ein ­richtiger Funktionär geworden»

Zurück in der Schweiz, rief ihn ein Kollege aus der Hotelfachschule an und fragte, ob er nicht Lust hätte, mit ihm eine Disco in Basel zu übernehmen. «Ich war 24 Jahre alt, hatte Lust, sagte ja und wohnte drei Tage später bereits in Basel – seither bin ich hier geblieben.» Damals, 1988, war gerade der legendäre Club Happy Night geschlossen worden. «Wir hatten das Glück, dass wir die gesamte Crew von dort zu uns in den neu gegründeten etcetera-Club holen konnten.» Das Lokal sei vom ersten Tag an voll gewesen. «Es war die Zeit der ersten House-­Partys, der grossen DJs und noch vor dem Regulierungs- und Bürokratiewahn – einfach genial», erzählt Ebneter. 1991 eröffnete er dann mit seinem Geschäftspartner eine weitere Musik-Bar: das «null-8-fünfzehn» beim Barfüsserplatz. Und auch hier: ein voller Erfolg. 1993 folgte die gastronomische Betreuung der legendären Kunstaustellung Bimbo Town sowie 1995 die Eröffnung des Tex-Mex-Lokals Fifty-Fifty. «Die Symbiose zwischen meinem Geschäftspartner und mir war rück­blickend so erfolgreich, weil wir uns perfekt ergänzten», sagt er. Das Ende der Zusammenarbeit sowie der aktiven Gastgeberzeit folgte dann im Jahr 2000. «Mein Kompagnon heiratete in den USA, und ich merkte, dass ich etwas anderes machen möchte.»

«Partnerschaften sind erfolgreich, wenn man sich ergänzt»

Entgegen kam Maurus Ebneter da, dass der Wirteverband Basel-Stadt sich gerade Gedanken betreffend Erneuerung machte. «Wir merkten, dass das Milizsystem an seine Grenzen stösst, und schufen deshalb die Stelle des Vorstandsdelegierten, die ich übernahm.» So sei er immer mehr zum Verbandsmensch geworden. «Allerdings mit dem Vorteil, dass ich nie ein richtiger Funktionär wurde, weil ich immer mit meinem gastgewerblichen Hintergrund an die Sache herangehe.» Maurus Ebneter weiss eben, wo der Schuh drückt, und wenn er sich über die hohe Regulierungsdichte ereifert, dann kommt der leidenschaftliche Kämpfer ans Licht, der Gegebenheiten nicht einfach akzeptiert, sondern sich wehrt.

Inwiefern er heute noch die aktive Gastgeberzeit vermisse? «Sie fehlt mir ab und an, aber vielleicht hätte ich dann heute nicht so eine wunderbare Frau und zwei tolle Kinder. Denn um als Gastronom Erfolg zu haben, braucht es wirklich enorm viel persönliches Engagement.»

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