Nenad Mlinarevic: Im Leuehof wird das grösste Pop-up der Schweiz realisiert

Nie wieder ein Pop-up soll Nenad Mlinarevic (39) gesagt haben, als er 2017 in Zürich mit der Stadthalle ein Pop-up der Superlative führte. Seit dem 20. November und noch bis zum 13. Februar 2021 kümmert er sich nun um sein zweites Pop-up: In der einstigen Schalterhalle der Bank Leu bietet der Leuehof 80 Tische und 210 Sitzplätze auf einer Fläche von knapp 1000 Quadratmetern an. Dank der Kooperation mit vier Schweizer Galerien wird der Leuehof zur «Art Location».

«Als ich die Halle gesehen habe, wusste ich um die einmalige Chance, an so einer Location ein Projekt umzusetzen. Die Gastronomie muss trotz Krise aktiv bleiben.» Es sei das Ziel des Teams, das Thema Pop-up auf ein neues Niveau zu heben, sagt der Koch des Jahres 2016. Mit­tags wird für 39 Franken nach dem Vorbild der japanischen Bento-Box ein Menü aufgetragen und auf einem Tablett serviert. Abends gibt es für 100 Franken ein für Mlinarevic typisches Menü. Er nennt es «Comfort Food», wie man ihn aus den Restaurants Bauernschänke und Neue Taverne kennt.

Das Abendmenü ändert alle drei Wochen
Auf der Karte stehen derzeit unter anderem Aubergine, Teriyaki und Thai-Lauch, Planted Chicken mit Miso oder Luma Beef mit Bibimbap und Spitzkohl. Das Mittagsmenü ändert jede Woche, das Abendmenü alle drei Wochen. Mlinarevic steht täglich in der offenen Küche; bis Weihnachten ist der Leuehof mit Ausnahme eines einzigen Sonntags immer geöffnet. «Ich möchte Kontrolle über das Projekt haben und arbeite deshalb hier drei Monate lang täglich. Danach werde ich mir eine kurze Pause gönnen», erklärt er.

Die Weinkarte reicht vom einfachen Chasselas bis zum gereiften Bordeaux. Ein Silvaner vom deutschen Weingut Bastgen ist mit 65 Franken am preiswertesten. Rotweine sind unter anderem aus Zürich, Graubünden, Wallis, Genf, dem Burgenland, Frankreich, Italien, Slowenien sowie Spanien auf der Karte. Wie oft bei trendigen Projekten fehlen Orangeweine nicht. Auffallend ist die grosse Auswahl an Champagnern.

Laut Mitinitiant Valentin Diem sei der Reservationsstand erfreulich hoch. Dank der Krise konnte sehr schnell Personal gefunden werden. Allerdings lösten die bundesrätlichen Massnahmen von Ende Oktober 2020 eine Welle von 1500 Annullationen aus. «So ein grosses Projekt ist nur möglich dank Partnern. Wir hatten zweieinhalb Monate, um alles zu organisieren», erklärt Diem. Abends werden Reservationen einzig von 18 bis 20.30 Uhr oder von 20.30 Uhr bis 23 Uhr angenommen.

Zuvor oder dazwischen lädt eine Bar zum Verweilen ein. Der Tipp des Autors: der alkoholfreie Taycan Tea mit Johannisbeeren, Earl Grey Tee, Verjus und alkoholfreiem Sekt aus Berlin. Die gesamte Location wird mit allerlei Kunst bespielt.

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