Ob aufwärts oder abwärts, wird sich zeigen

Seilbahnen Schweiz hat sich in den letzten Jahren zu einer markanten Stimme in der Öffentlichkeit ent­wickelt: Die regelmässige Publikation von aussagekräftigen Daten und differenzierten Analysen hat die Branche als volkswirtschaftlichen Pfeiler verankert (siehe rechts). Im Gegensatz zu früher nehmen die Publikumsmedien die Bergbahnen nicht mehr nur aus Konsumentensicht wahr. Vielmehr hat die Öffentlichkeit die enorme Bedeutung der Bergbahnen als wirtschaftliche Motoren ganzer Bergtäler erkannt.

Die teilweise dramatische Lage in den alpinen Ferienregionen ist mithin auch dank Seilbahnen Schweiz in der ganzen Schweiz zum Thema geworden. Guter Rat ist allerdings teuer. Das zeigt der jüngste WEF-Report zur sinkenden touristischen Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz, und das zeigt der eben erschienene Bericht von Laurent Vanat zur Wintersportbranche weltweit.

Auch die Resultate der ausserordentlichen Generalversammlung von SBS in Bern dürften Ausdruck der Krise sein. Diese GV hat sich deutlich dafür entschieden, die SBS-Ressourcen zu erhöhen und sich insbesondere vom Verband öffentlicher Verkehr (VöV) zu lösen.

Der Entscheid ist keine Überraschung. Besonders die Walliser und die Bündner, die wohl am meisten unter der strukturellen Tourismuskrise leiden, arbeiten seit längerem darauf hin, den nationalen Branchenverband aus den traditionellen Strukturen herauszubrechen: Seilbahnen Schweiz (SBS) ist historisch aus dem Verband öffentlicher Verkehr (VöV) hervorgegangen, die beiden Verbände operieren in Bern im gleichen Haus und haben traditionellerweise dieselbe Direktion – seit 2011 Ueli Stückelberger.

Ab Januar 2018 soll demnach ein neuer Direktor SBS führen, und zwar vollamtlich und nicht nur in einem Teilpensum. Der Alleingang ist ein Risiko, vor dem an der GV eindringlich gewarnt wurde: Wegfallende Synergien werden die Ressourcen senken, während die Kosten steigen. Ob der Umbau angesichts der existenziellen Krise der Branche dienlich ist, ist insofern fraglich – zumal fehlende Gäste und Schneefälle an der epochalen GV kaum ein Thema waren.

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