Schweizer Mixer auf dem besten Weg zur Kultmarke

«Einen Gin Tonic, bitte!» Einer der meistgehörten Sätze an der Bar – der Klassiker gehört zu den beliebtesten Drinks in Schweizer Bars, Clubs und Restaurants. Entsprechend voll ist der Markt mit Gins und Tonics. Das war 2011 noch anders, erinnert sich Hans Georg Hildebrandt. In jenem Jahr startete der frühere Werbetexter und Journalist sein Tonic-Projekt.

Gents nannte er sein Produkt in Anlehnung an Gentiana, die Pflanze, mit der er das herkömmliche Chinin in seiner Bitterkeit unterstützen sollte. Gentiana heisst zu Deutsch Gelber Enzian, eine alpine Pflanze – Hildebrandt gewinnt sie mit einer Spezialbewilligung aus dem Jura – für die regionale Verankerung. Statt Maisglukose-Sirup verwendet er Schweizer Rübenzucker.

Beinarbeit schlägt Talent
Heute ist Gents aus der Barszene nicht mehr wegzudenken. Regionalität und Qualität – zwei schlagfertige Argumente. Hildebrandts Leidenschaft und sein Kontaktnetz aus der Zeit als Journalist und Texter halfen. «Es war fürwahr kein Zuckerschlecken», erinnert sich der 53-Jährige. «Beinarbeit schlägt jedes Talent.» Noch heute kämpft er mit Herz für sein Produkt. Dieses Jahr hätte er gerne zum ersten Mal eine Million Flaschen verkauft. Corona lässt diesen Traum platzen, zumal 70 Prozent seiner Produkte in der Gastronomie landen.

Was mit einem Tonic Water begann, führte zu einer breiten Produktepalette, in der heute unter anderem ein Bitter Lemon, ein Ginger Ale mit zweierlei afrikanischen Wurzeln und ein Ingwer-Bier figurieren. Letzteres lässt sich etwa mit weissem Wermut wunderbar mixen. Trotz des gesättigten Markts findet man Gents mittlerweile sogar in ausländischen Bars. «In Deutschland, Dänemark und Schweden läuft es toll», erzählt Einzelkämpfer Hildebrandt. «Ich bin allein für die Produktionsplanung, die Fakturierung, das Marketing und die Key Accounts zuständig.» Bischofszell Nahrungsmittel produziert die Grundstoffe nach seinen Rezepturen, die Winterthurer Euelbräu GmbH mischt und füllt ab, die Lateltin AG ist für die Distribution zuständig.

Alle Zutaten in einer Flasche
Wie Gents schafft es nun auch Mikks über die Landesgrenzen hinaus. «Wir fokussieren uns jetzt stark auf die Expansion nach Deutschland», erzählt Mitgründer Fabian Gysling. Der 29-Jährige gründete das Start-up vor vier Jahren mit seinen Freunden Manuel Vaziri und Philipp Dornbierer. «Die Idee, alle Zutaten eines frischen Cocktails in eine Flasche zu packen, hatte sich schon längere Zeit in Manuels Kopf eingenistet», erinnert sich Gysling. «Als Chef de Bar und aufmerksamem Gast fiel ihm auf, wie viele Betriebe keine Möglichkeit mehr haben, frische Cocktails zu servieren. Der Zeit- und Preisdruck ist in den letzten Jahren immens gestiegen und die Herausforderungen an einen Bartender sind hoch.»

Der erste Mikks-Mixer hiess Basilikum. 4 Zentiliter davon und ebenso viel Gin ergeben den perfekten Basil Smash. Über 400 Gastro-Betriebe setzen auf Mikks. Sie machen 70 Prozent des Umsatzes des Zürcher Start-ups aus.

Mit der Initiative «Cheers to support» überstand Mikks nicht nur selbst die Corona-Flaute, sondern half auch noch Bars: Mikks wurde zum Kurier für geschlossene Bars, lieferte vorgemixte Getränke aus und machte damit Barbesitzer und Durstige glücklich. Vom Erlös ging jeweils ein Franken an eine wohltätige Organisation.

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