So lässt sich Geld sparen

Bei elektrisch betriebenen Geräten in Gewerbeküchen gehören Spülmaschinen und alte Herde zu den grössten Stromfressern. Zudem brauchen Kühlräume sowie Geräte viel Strom, die Wasser heizen oder sonst eine Heizfunktion haben. Moderne Technologien, um weniger Energie zu verbrauchen, sind schon lan­ge vorhanden: Induktionsherde anstelle von herkömmlichen Elektro- und Gaskochplatten; Salamander mit Tellererkennung; Combi-Steamer oder Druckgarpfannen und Drucksteamer. Bei mitt­­leren und grösseren Anlagen ist die Wärmerückgewinnung bereits Vorschrift.
Der Ersatz von alten Geräten wie Tiefkühltruhen, Minibars, Geschirrspülern, Küchenbelüftungen oder Heizungsanlagen ist eines. Die Modernisierung muss auch mit einer Verhaltensänderung der Gastronomen einhergehen. Die Bedienung der Geräte, Kochprozesse sowie Betriebszeiten und Routinen sind sehr wichtig für die Energieeffizienz.
Bei Stromspar-Förderprogrammen haben bis anhin rund 650 Gastrobetriebe mitgemacht (die Namen unter http://www.prokw.ch/de/programme/). «Ein grosser Erfolg», wie Vorstandspräsident Urs Jenny von der ENAK feststellt, die sich für Energieeffizienz in Hotellerie und Gastronomie einsetzt. Und diese energetische Nachhaltigkeit ist in aller Munde. Jenny und seine 20 ehrenamtlichen ENAK-Mitglieder arbeiten an der gleichen Zielsetzung: die CO2-Bilanz zu verbessern und Betriebskosten einzusparen.
Das Sparpotenzial ist gross, erklärt Jenny, und es lohne sich, auf eine gute Effizienzklasse zu achten. Bei einem gewerblichen Kühllagerschrank lassen sich beispielsweise während acht Jahren 1300 Franken Stromkosten sparen. Schweizweit sind immer noch Ölheizungen in Betrieb, die älter als 20 Jahre sind. Rund ein Viertel der Raum-Heizungsanlagen sind solche Dreckschleudern.

Sparen mit moderner Technologie
«Oftmals werden Energiefresser erst ersetzt, wenn sie defekt sind», sagt Urs Jenny. Ersatzprodukte müssen dann sehr schnell beschafft werden, es fehlt Zeit für Beratung. Vielen Gastronomen sei leider nicht bekannt, wie viel Energie sie verschleudern und wie viel durch den Einsatz moderner Technologien eingespart werden kann. Jenny, der auf dem Berg aufgewachsen ist, lernte schon früh, dass Energie kostbar ist. «Der schonende Umgang mit den natürlichen Ressourcen ist eine Pflicht, und diese sehe ich als Auftrag, etwas zu unternehmen, denn wir beuten die Erde aus.»
Seit mehr als 25 Jahren setzt Urs Jenny sich fürs Energiesparen ein, weshalb man ihn auch «Energie-Papst» nennt. Sein umfangreiches Wissen und sein unermüdlicher Einsatz für eine Verbesserung der Energieeffizienz in der Gastrobranche gibt er heute gerne weiter: Er konzipiert und plant Spitäler, Restaurants (auch in den Bergen), Hotels, Themenbetriebe und genauso Baranlagen.

Das Beispiel der SV Group
Urs Jenny ist stolz auf Vorzeigebetriebe und -konzepte, die den Start Input der ENAK erhalten haben. Beispielsweise das Nachhaltigkeitsprogramm «One Two We», das die SV Group mit ihren 8500 Mitarbeitenden in Zusammenarbeit mit dem WWF Schweiz und dem Schweizer Tierschutz STS entwickelt hat. «One Two We» hat zum Ziel, mit optimierten Lieferketten und raffiniert zubereiteten saisonalen Gerichten das Klima zu schützen und eine artgerechte Tierhaltung zu fördern. Doch noch mehr liesse sich optimieren, gerade jetzt. Urs Jenny empfiehlt verunsicherten Gastronomen etwa «ProKilowatt», das Förderprogramm des Bundesamtes für Energie (BFE), welches Effizienzmassnahmen unterstützt, die den Stromverbrauch reduzieren. Dabei werden 50 Millionen Franken Förderbeiträge zum Stromsparen ausgeschüttet.

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50 Millionen Franken Förderbeiträge abholen: So geht’s
Für eine bessere Energieeffizienz hat das Bundesamt für Energie (BFE) das Förderprogramm «ProKilowatt» ins Leben gerufen. Interessierte können ihren Antrag auf www.prokw.ch einreichen und einen Förderbeitrag von bis zu 30 Prozent der Investitionskosten erhalten. Effizienzmassnahmen mit Investitionskosten von mehr als 70 000 Franken können als Projekt auf www.prokw.ch eingegeben werden. Es finden verschiedene «ProKilowatt»-Veranstaltungen statt. Diese Infoveranstaltungen sind gratis und offen für alle Interessierten. Anmeldung ist erforderlich: prokilowatt@cimark.ch oder 027 322 17 79.

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★ ENAK-Präsident Urs Jenny empfiehlt diese Stromspar-Förderprogramme:
-EcoGastro: Ersatz von Gussplatten oder Infrarotkochplatten mit Induktionskochfeldern, inklusive technische Kurzberatung und Workshop für Mitarbeitende.
-Gebäudeprogramm: Bei Sanierung der Gebäudehülle oder Umstieg auf erneuerbare Energien beim Heizen helfen Fördergelder vom Gebäudeprogramm.
-HotelWatt: Ersatz von ineffizienten Anlagen in diversen Bereichen von Hotels und Restaurants, Kantinen und Grossküchen wie Beleuchtung, Küche, Wäscherei oder Lüftungen.
-EcoLingerie: Ersatz von konventionellen Wäschetrocknern durch Geräte mit Wärmepumpentechnologie, inklusive Energieschulung für Mitarbeitende.
-Gewerbegeräte: Ersatz von steckerfertigen Kühl- und Tiefkühl­geräten für Verkauf oder Lagerung sowie Verkaufsautomaten.
-Senso70: Erneuerung von Beleuchtungsanlagen.
Eine gute Übersicht findet sich unter www.energiefranken.ch und www.prokw.ch/programme, zwei Datenbanken, in denen viele der Fördermöglichkeiten abgebildet sind. ENAK ist ein Verein. Das Kür­zel steht für «Energetischer Anforderungskatalog». Heute heisst es im Zusatz «Energieeffizienz für Hotellerie und Gastronomie». Mit dem Tool auf der Datenbank «ENAK Tech» können Geräte verglichen, Arbeitsprozesse darge­stellt und ganze Projekte «energetisch» berechnet werden. Damit möchte Jenny nicht nur sein Wissen weitergeben, sondern auch ein persönliches Anliegen verfol­gen. «Wir wollen und müssen un­seren Nachkommen eine mög­lichst intakte Umwelt hinterlassen», sagt der ENAK-Präsident.

 

 

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