Spass bei der Arbeit muss sein

Robert Zwyer und seine Partnerin Claudine Bruhin fasziniert die Natur auf der 168 Meter langen und 36 Meter breiten Insel Schwanau immer wieder von neuem. Auf der Fahrt mit dem Transportboot vom Ufer in Lauerz erklärt Robert, dass jeweils im Frühjahr eine grosse Kormorankolonie die Insel belagere. Kormorane seien bei den Fischern wenig beliebt, ebenso wenig bei den fünf Graureiherpaaren, die in den Bäumen der Insel brüten. «Wussten Sie, dass ein Graureiher nur gerade 400 Gramm wiegt?», fragt er. Sie beide entdeckten immer wieder seltene Falter, Fledermäuse oder Vogelarten. «Wir sind neben dem Restaurant auch für die Umgebung verantwortlich.» Obwohl dies viel Arbeit bedeute, mache es ihnen grossen Spass. «Den Wald

«Die Arbeit auf der Insel verlangt viel Organisation»

jedoch belassen wir, denn es wachsen sogar seltene Bäume wie Eiben darin.»

Als Robert Zwyer im Jahr 2008 von einer Kollegin erfuhr, dass der Kanton Schwyz das Restaurant auf der Insel im Lauerzersee renovierte und einen neuen Pächter suchte, war für ihn kar: Da möchte ich arbeiten. Auch Claudine Bruhin war davon begeistert. «Obwohl ich damals noch als Primarlehrerin in Schwyz arbeitete und mich wohl in meinem Beruf fühlte, musste ich nicht lange überlegen.» Die beiden arbeiteten ein umfassendes Konzept aus, legten es den Verantwortlichen vor und bekamen die Zusage. «Vermutlich hat es geholfen, dass Claudine aus der Gegend stammt», sagt Robert und lacht. Der passionierte Koch ist in Südamerika aufgewachsen. Nach seiner Ausbildung zum Koch arbeitete er sich bis zum Küchenchef hoch und absolvierte die Wirtefachschule.

Die Begeisterung für die kleine Insel spürt man bei den beiden, wenn sie von der bewegten Geschichte erzählen. Auf der Insel befindet sich neben dem Gasthaus eine Kapelle, das Baumhaus sowie eine Burgruine aus dem 13. Jahrhundert. Einst lebte ein Eremit auf Schwanau. 1806 wurden die Gebäude auf der Insel durch eine riesige Welle, verursacht durch den Bergsturz von Goldau, fast

«Die Insel hat eine bewegte Vergangenheit, die fasziniert»

vollständig zerstört. «Die Insel hat viele Geschichten, die sich auch kulinarisch umsetzen lassen», erklärt Robert. So steht zum Beispiel das Burggeister-Rindsfilet, das Grafen-Menu oder die Burgdamen-Sünde als Dessert auf der Speisekarte.

«Wir möchten Spass haben bei der Arbeit», lautet das Credo der beiden. Ihr Ziel ist es, die Gäste immer wieder zu begeistern. Die Rezepte aller Gerichte kreiert Robert selber und hält sie seit ­Jahren in seinem Rezeptbuch fest. Um die Teller zu dekorieren, züchtet er im Garten des Restaurants essbare Blumen. «Die Gäste sollen merken, dass wir die Speisen mit Liebe zubereiten.» Für ihn ist es elementar, dass die servierten Gerichte seinen hohen Qualitätsansprüchen genügen. Neben der Gästebetreuung ist Robert Küchenchef, und er organisiert zusammen mit dem Fährmann die Warentransporte sowie die Transporte der Gäste mit Gehbehinderung. Claudine ist ebenfalls für die Gäste­betreuung zuständig, daneben organisiert sie die Bankette sowie die Reservationen. «Die spezielle Lage ­

«Es ist toll, dass wir uns aufeinander verlassen können»

unseres Betriebs verlangt eine durchdachte Organisation, die zuweilen sehr aufwendig ist.» Ohne ihre Mitarbeitenden, die zum Teil schon fast zum Inventar gehören, wäre es nicht möglich, an diesem Ort ein Restaurant zu führen. «Wir schätzen es sehr, dass wir uns alle aufeinander verlassen können.»

Claudine ist begeisterte Gast­ronomin: «Die Branche fordert mich heraus und bietet viel Abwechslung.» Die Gästebetreuung macht dem Burg­herrenpaar gleichermassen Spass. Hier komme Claudine ihre pädagogische Ausbildung teilweise zu Gute. Manche Gäste kämen gestresst auf der Insel an. Für sie beide sei es schön zu sehen, dass sich die meisten rasch entspannen und die spezielle Atmos­phäre sowie die atemberaubende Natur geniessen können. Die Gäste kommen aus der ganzen Schweiz. Es gebe sogar solche, die regelmässig eine Stunde Fahrt auf sich nehmen, um bei ihnen zu essen. «Einige der Stammgäste sind mittlerweile Freunde geworden. Das ist das Schöne an der Gastronomie.»

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