«Unsere siebte Generation turnt in der Hotelhalle rum»

GastroJournal: Reto und Alexandra Invernizzi, Sie führen das Kemmeriboden-Bad in der sechsten Generation. Auch Sie sind von den Massnahmen zum Coronavirus betroffen. Welches Gericht sollte man bei Ihnen unbedingt bestellen, wenn Ihr Landgasthof wieder öffnet?
Reto Invernizzi: Mit unseren Regionalprodukten bereiten wir eine Vielfalt an spannenden Gerichten zu: vom traditionellen Berner Teller über das fein auserlesene Gourmet-Verwöhnmenü bis hin zur legendären Merängge (Merin­gue).

Welches war das schönste Kompliment, das Sie von Gästen erhalten haben?
Unsere Gäste loben oft unsere Mitarbeitenden: «Man könnte meinen, der Betrieb würde ihnen selber gehören. Die Leidenschaft für ihre Arbeit spürt man.» Dieses Kompliment macht uns ganz speziell stolz, weil es unsere Unternehmenskultur widerspiegelt.

An welchen Moment denken Sie mit Schrecken zurück?
Das Unwetter im Juli 2014. Wir waren in der Hochsaison mehrere Tage komplett abgeschnitten von der Aussenwelt und hatten sowohl Gäste wie auch Mitarbeitende zu betreuen.

Löst die Thematik «Sozialversicherungen» bei Ihnen eher Lust oder Frust aus? Warum?
In der Schweiz sind wir in der privilegierten Lage, dass wir mit unserem Sozialversicherungssystem für die finanzielle Zukunft gut gewappnet sind. Allerdings wird uns die demografische Entwicklung unserer Branche nicht nur auf dem ­Arbeitsmarkt, sondern auch betreffend Sozialversicherungen noch vor Herausforderungen stellen.  

Wie wichtig ist Ihnen professionelle Beratung im Bereich Sozialversicherung für Ihren Betrieb?
Die Sozialversicherungen sind ein sehr wichtiges Thema für unseren Betrieb. Bei der Auswahl der Versicherung ist eine professionelle Betreuung oft der ausschlaggebende Punkt. Eine unkomplizierte Schadenabwicklung ist für kleinere Betriebe, die keine eigene HR-Abteilung haben, ein grosser Vorteil.

Benutzen Sie Online-Lohnprogramme oder noch ein traditionelles Lohnheft? Wie digital ist das Kemmeriboden-Bad?
Wir arbeiten mit dem Lohnprogramm von Mirus. Es ist sehr anwenderfreundlich und erleichtert die administrative Arbeit um ein Vielfaches. Sind Sie mehr Typ «Frühpensionierung in der Karibik» oder eher «Solange der Motor läuft, fahre ich weiter»? Unser Haus wird in der sechsten Generation geführt. Die siebte turnt bereits in der Hotelhalle rum. Bis zu unserer Pensionierung dauert es noch ein paar Jahre, dann kommt es wohl auf die Zukunftsziele der siebten Generation an.

Wenn Sie nochmals 20 Jahre alt wären, was würden Sie in Bezug auf Sparen und Finanzen anders machen?
Unser Finanz- und Sparplan passt für uns, wie er ist, wir würden nichts daran ändern.

Ihr persönlicher Spartipp?
Sich früh mit dem Thema auseinandersetzen. Vor allem, wenn man den gewohnten Lebensstandard nach der Pensionierung beibehalten möchte. 

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Die Ausgleichs- und Pensionskasse:
GastroSocial ist eine 1948 gegründete Ausgleichskasse, welche die Versicherungen AHV, IV, EO und ALV umfasst sowie die Familienausgleichskassen. GastroSocial ist auch die Pensionskasse der Gastronomie- und Hotelleriebranche: Noch bevor die berufliche Vorsorge in der Schweiz obligatorisch wurde, gründete der damalige Wirte­verband 1974 die «Betriebliche Altersvorsorgeeinrichtung Wirte». Heute versichert GastroSocial rund 20 000 Betriebe mit 170 000 Versicherten. Der Hauptsitz befindet sich in einem modernen Hochhaus in Aarau.  

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★ Zahlen und Fakten zum Restaurant
Name: Hotel Landgasthof Kemmeriboden-Bad, seit 1834
Mitarbeitende: 45 Vollzeitangestellte inklusive Geschäftsführer Reto Invernizzi (38)
Anzahl Sitzplätze: 220
Öffnungszeiten: täglich ausser Montag (Ruhetag)
www.kemmeriboden.ch

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