Volkshaus: Neues Hotel in Basel eröffnet mitten in der Krise

Seit dem 23. November und bis zum 13. Dezember sind alle Restaurationsbetriebe in Basel nach einem Entscheid des Basler Regierungsrats geschlossen, während in den Nachbarkantonen keine solche Mass­nahme beschlossen wurde. «Da die täglichen Einnahmen fehlen, schrumpft die Liquidität rapide. Sehr viele Restaurants, Cafés, Unterhaltungslokale und Hotels stehen unmittelbar vor dem Aus», heisst es in einer gemeinsamen Medienmitteilung, welche neben Wirteverbandspräsident Maurus Ebneter auch der Basler Hotelier-Verein unterzeichnet hat. Die Verbände fordern Soforthilfe, um ein Beizen- und Hotelsterben zu verhindern. «Ohne raschen und vollständigen Schadenersatz werden wir in Kürze vor einem Scherbenhaufen stehen. Davon werden sich das Gastgewerbe und die Stadt jahrzehntelang nicht erholen», warnen die beiden Verbände.

Volkshaus mit 45 Zimmern
Just in der grössten Krise der Branche eröffnet das Boutiquehotel Volkshaus Basel an der Rebgasse im 1925 erbauten Gebäude mit 45 Zimmern (ab 31 Quadratmeter) und Suiten, einer Bar und einer Brasserie. Das Einführungspaket für zwei Personen inklusive Frühstück, je einem Glas Jahrgangschampagner von Moët & Chandon und Late Check Out bis 15 Uhr gibts für 299 Franken. Das ohne Sterne bewertete Hotel in Kleinbasel - eine grüne Oase im belebten Quartier - überzeugt mit seiner klassischen Eleganz. Im gesamten Haus hat Herzog & de Meuron mit viel Fingerspitzengefühl die historische Substanz ergründet, aufgearbeitet und modern interpretiert. Auf jedem Stockwerk stehen Kaffemaschinen und Wasserflaschen.

Die Besitzer, die beiden Immobilienentwickler und Gastronomieunternehmer Leopold Weinberg und Adrian Hagenbach, betonen, dass sie beim Preiskampf in der Basler Hotellerie nicht mitmachen; am Rheinknie gibts eine Nacht im Viersternehotel derzeit schon ab 120 Franken. Keine Angaben machen die Besitzer hingegen über die Investitionssumme des neuesten Basler Hotels.

Das GastroJournal stellt drei Fragen an Martin Reinshagen (43). Er besuchte die Schweizerische Hotelfachschule Luzern, arbeitete von 2009 bis Anfang 2012 für das Fairmont Le Montreux Palace und ist seit dann General Manager und Mitbesitzer der Volkshaus Basel Betriebs AG.

Martin Reinshagen, mitten in der Krise eröffnen Sie das Boutiquehotel Volkshaus Basel mit 45 Zimmern. Wieso?
Wir haben vor acht Jahren die Liegenschaft mit dem Ziel übernommen, das Volkshaus ganzheitlich zu bespielen. Und wir glauben fest daran, dass es auch jetzt Menschen gibt, die sich gerne einen Tapetenwechsel gönnen.

Mit welchem Geschäftsgang rechnen Sie?
Während des bis März 2021 dauernden Soft-Openings sind wir nur direkt buchbar. Wir hoffen, dass wir gerade an Wochen­enden einige Buchungen erhalten. Vor dem Lockdown erreichten selbst namhafte Häuser in Basel nur 20 bis 30 Prozent Auslastung. Wir rechnen mit mindestens so viel.

Wer sind Ihre Kunden?
Wir sprechen jene an, die sich für ein Produkt abseits des «Mainstream», geschaffen und ausgestattet von den renommiertesten Architekten unserer Zeit, interessieren. Menschen, denen Kunst, Architektur und Genuss wichtig sind und darauf auch in schwierigen Zeiten nicht verzichten möchten. In unserer Lobby sind beispielsweise Kunstwerke der Galerie von Bartha ausgestellt.

 

 

 

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