Waadt: Feuer und Flamme für den Sport

Über eine Million Besucher strömten im vergangenen Sommer nach Vevey zur Fête des Vignerons. Das gigantische Winzerfest war das Highlight des Jahres im Kanton Waadt – 16 Millionen Defizit hin oder her. Im neuen Jahr steht nicht der Wein im Vordergrund, sondern der Sport. «Wir setzen jedes Jahr den Fokus auf ein anderes Thema», erklärt Andreas Banholzer, Tourismusdirektor des Kantons.

Der erste und zugleich wohl grösste sportliche Höhepunkt des Jahres ging gestern Mittwoch zu Ende: Die Olympischen Jugendspiele fanden hauptsächlich in der Agglomeration Lausanne statt. Einzig die Disziplinen Rodeln, Bob, Skeleton und Eisschnelllauf wurden in St. Moritz durchgeführt. Die Wettkämpfe im Biathlon, in der Nordischen Kombination und im Skispringen fanden im französischen Prémanon, gleich an der Grenze zur Schweiz, statt.

Nachhaltige Olympische Jugendspiele
Grund für die Zusammenarbeit mit diesen beiden Orten war das Motto der diesjährigen Olympischen Jugendspiele: Die Lausanner Kandidatur überzeugte dank der Nachhaltigkeit. Für die Events mussten erstmals keinerlei neue Stadien her. Einzig das Vortex wurde neu gebaut. Während der Spiele diente es als Unterkunft für die 1880 Athleten und deren Betreuer, künftig wird es als Wohnraum für Studenten genutzt. «Ich hoffe, wir können damit ein Vorbild für künftige Olympische Spiele werden. Falls das Internationale Olympische Komitee, dessen Hauptsitz ja in Lausanne ist, auf Nachhaltigkeit setzen will, konnten wir den Startschuss setzen», sagt Banholzer. Im Mai geht das internationale Sportprogramm im Kanton Waadt weiter: Prilly, ein Vorort von Lausanne, ist gemeinsam mit Zürich Austragungsort der Eishockey-Weltmeisterschaft. Im September findet die Rad-WM in Aigle und Martigny statt. Im Juli steht zudem in Prilly die Pétan­que-WM an.

«Wir sehen sportliche Grossanlässe als politischen Katalysator», erklärt Banholzer. «Oft können so Projekte umgesetzt werden, die es sonst schwer hätten.» Zudem wird dank der Anlässe weltweit über den Kanton Waadt berichtet. Erst vor zwei Wochen durfte er im Beijing-TV ein Interview geben und konnte über die Vorzüge der Region am Genfersee sprechen.

Reiseveranstalter aus aller Welt
Im Rahmen der Olympischen Jugendspiele seien Reiseveranstalter aus aller Welt angereist und hätten sich vom Waadtland verzaubern lassen. «Die Stimmung während solcher Veranstaltungen ist speziell, diese Energie gilt es zu nutzen», erklärt Banholzer.

Im Rahmen der Promotion der Rad-WM steht ein Trip ins radverrückte Belgien an. Dort tritt der zurückgetretene Schweizer Radrennfahrer Fabian Cancellara zu einer besonderen Herausforderung an: Der vierfache Weltmeister und zweifache Olympiasieger, der in Belgien noch grösseren Heldenstatus geniesst als in der Schweiz, wird gejagt: Chasing Cancellara heisst das Format, in dem Hobbyradfahrer versuchen, sechs Steigungen schneller zu absolvieren als der Schweizer. Der Rest der Rennstrecke ist neutralisiert. Während dieser Phase kommen die Velofahrer in den Genuss, mit Cancellara zu plaudern. Werbung für die WM-Orte Aigle und Martigny ist vorprogrammiert.

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