Weintipp: Die Cave Mayor an der Fête des Vignerons

Das 1895 gegründete Weingut befindet sich ebenfalls in Vevey, etwas erhöht über dem Bahnhof, und wird in der vierten Generation geführt. Mayor ist ein klassischer Familienbetrieb. Für den Keller ist Jean-Philippe Mayor (56) verantwortlich, seine Frau kümmert sich ums Büro, die Tochter Adeline Mayor (26) ist Winzerin.

«No woman, no wine» steht auf der Rückseite ihres violetten T-Shirts, als das «GastroJournal» sie an der Avenue de Gilamont 50a besucht. «Wir haben eine Jahresproduktion von 60 000 Flaschen und bewirtschaften eine Rebfläche von zwei Hektar», informiert Adeline Mayor. Einen Teil der Trauben kauft die Cave Mayor von befreundeten Winzern hinzu. Rund 60 Prozent der Weine sind weiss. Die meisten Flaschen werden im Waadtland verkauft, ein kleiner Teil davon an regionale Restaurants wie das Café du Raisin in Saint-Saphorin oder das 3121 Resto & Bar in Vevey. In der Deutschschweiz hat die Cave Mayor noch wenig Kunden. Adeline Mayors Aufgabenbereich reicht vom Weinmachen bis zur Auslieferung des Weins.

Wer es nicht mehr an das Viviser Winzerfest schafft, hat eine weitere Degustationsmöglichkeit: Die Cave Mayor führt die Weinbar «Au 13», die praktisch ganzjährig dienstags bis freitags ab 17 Uhr geöffnet hat (samstags von 10.30 bis 13 Uhr). Auf Bestellung ist es möglich, Spezialitäten wie Käseplatten, Fleischfondue oder Saucisson Vaudois zu geniessen. Hinter dem Namen der Weinbar verbirgt sich ein tiefsinniger Grund: «1» steht für den ersten Buchstaben im Alphabet, also Adeline oder Albert, wie ihr Grossvater hiess, ebenfalls ein unabhängiger Winzer. Und die «13» symbolisiert den 13. Buchstaben des Alphabets, M wie Mayor. Diese 13 hat Albert Mayor jeweils auf seine Gerätschaften zur Vinifizierung geschrieben.

Das Weinangebot der Cave ­Mayor besteht aus fünf verschiedenen Chasselas mit Lagen unter anderen in Vevey, Epesses, Saint-Saphorin und Dézaley. Der Rosé «Œil de Perdrix», drei verschiedene Rotweine auf der Basis von Pinot Noir sowie Cuvées – darunter ein Rosé-Schaumwein und ein Vin Doux AOC Lavaux mit 70 Gramm Zucker (passt zu Blauschimmelkäse oder schwarzer Schokolade) – komplettieren das Angebot. Überraschend fair bei allen Weinen: die Preise! Den typischen Chasselas Vevey «Grand Cru» gibt es schon ab 13.50 Franken. Er gehört wie der Pinot Noir «Grand Cru» Vevey zu den Lieblingsweinen von Adeline Mayor. Der Saint-Saphorin «Grand Cru» 2017 wurde letztes Jahr übrigens mit einer Goldmedaille am Mondial du Pinot Noir ausgezeichnet.

Sie mag noch einen dritten Wein besonders, der die Redaktion des «GastroJournals» ebenfalls überzeugt hat, weil er jetzt schon sehr schön ist: Der Saint-Saphorin «Grand Cru» La Bourrache 2018. Bourrache heisst eine violette Blume, die in den Rebbergen wächst. Der Wein überzeugt mit seiner Mineralität, seiner Frucht und gefällt mit seiner Lindenblütennase. Das leicht Kohlensäurige deutet darauf hin, dass es sich um einen jungen Wein handelt, den man ohne schlechtes Gewissen noch ein paar Jahre lagern kann. Doch auch die aktuelle jugendliche Ungestümtheit wird seine Anhänger finden. Dieser Chasselas ist geradlinig vinifiziert und passt zum Apéro genauso wie als Begleiter zu einem Süsswasserfisch.

Saint-Saphorin «Grand Cru»
La Bourrache 2018
17/20 Punkte, Preis ⚫⚫

Preisskala:
⚫ bis 10 Franken,
⚫⚫ 11 bis 20 Franken,
⚫⚫⚫ 21 bis 30 Franken,
⚫⚫⚫⚫ 31 bis 40 Franken,
⚫⚫⚫⚫⚫ 41 bis 60 Franken,
⚫⚫⚫⚫⚫⚫ 61 Franken und mehr

 

 

Details zum Weingut: www.lacavemayor.ch

 

 

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