Weshalb das stille Örtchen eine wichtige Rolle spielt

Es ist kein Gesprächsthema, das man im Freundeskreis besonders gerne anschneidet. Und erst wenn keines mehr da ist, denkt man daran: das WC-Papier. Auch befragt man selten die Gäste, ob das Klopapier ihren Vorstellungen entsprochen habe. Im Endeffekt ist aber klar: Wir alle brauchen es täglich, haben bestimmte Vorstellungen, was Struktur, Haptik und Optik angeht, und sind froh, wenn es eine perfekte Kombination aus weich und reissfest ist.

Pascal Diemand, Country Manager bei Kimberly-Clark in Niederbipp BE, kennt die Feinheiten des Toilettenpapiers und die Ansprüche der Benutzer. «Schweizer mögen dreilagiges Papier, weich und reissfest. Wir führen aber auch bis zu sechslagiges Premium-Papier.» Im deutschsprachigen Raum wird das Papier gefaltet, in südlichen Ländern und Amerika wird es zerknüllt. Darum werden die Benutzer auch «Falter» oder «Zerknüller» genannt. Ein «Zerknüller» ist sich an ein- oder zweilagiges Papier gewohnt, ein «Falter» legt fürs Po-Abwischen mehrere Blätter aufeinander. «Auf einer Rolle sind rund 150 Blätter, auch Coupons genannt. Im Durchschnitt werden pro Handgriff 4,5 Coupons benützt, fürs ganze Geschäft sind es dann 12. Frauen brauchen dafür etwas mehr», gibt Diemand preis. Die Daten wurden anhand einer internen Studie von Kimberly-Clark ermittelt. Das 1872 gegründete Unternehmen ist einer der grössten Tissue-Verarbeiter der Welt und beschäftigt weltweit 55 000 Mitarbeiter. Pro Jahr werden in der Schweiz 330 Millionen Rollen Toilettenpapier und 15 Millionen Rollen Haushaltspapier hergestellt. Der jährliche Verbrauch von Toilettenpapier liegt hierzulande bei 200 Rollen pro Person. Damit ist die Schweiz in Europa Spitzenreiter und weltweit zusammen mit den Amerikanern auf dem 1. Platz.

Im Gastrobereich setzt man gerne grössere Rollen ein. Dies aus einem einfachen Grund: «Die Zeit fürs Auswechseln fehlt, und die grossen Rollen werden weniger gestohlen», begründet Länderchef Diemand. WC-Papier ist bekanntlich immer noch das Produkt, das in Restaurants oder Hotels am häufigsten gestohlen wird. Neben der Verfügbarkeit ist die Weichheit des Toilettenpapiers ein wichtiges Kriterium. Je mehr Lagen ein Papier besitzt, desto weicher ist es. Damit sich die Gäste rundum wohlfühlen, muss alles passen – auch auf dem stillen Örtchen. Dies wird mit weichem und flauschigem Papier erreicht. Seit 1995 werden dem WC-Papier auch Pflegestoffe wie Aloe Vera und Kamille beigefügt. Die Kunden haben sich an den Kamillenduft gewöhnt, und darum gehört es zu den meistverkauften Papieren. Aber auch aussergewöhnliche Prägungen oder kundenspezifische Drucke wie Logos sind auf dem WC-Papier möglich. Als Marketinginstrument eine kreative und witzige Idee - denn wo hat Mann und Frau mehr Zeit zum Lesen als auf dem stillen Örtchen?

Nachhaltig produziertes WC-Papier wird immer beliebter
Für die Herstellung von Toilettenpapier wird Zellstoff gebraucht. Dieser wird aus Holz von Kiefern, Fichten, Birken und zu kleinen Teilen aus Eukalyptus-Bäumen gewonnen. Das FSC-Logo garantiert, dass kein Regenwald dafür abgeholzt wird. «Immer mehr Kunden wünschen sich nachhaltig produziertes Toilettenpapier und entscheiden sich darum für Recyclingpapier», weiss Diemand. Diesem Trend folgend hat Hakle verschiedenes Recycling-Toilettenpapier im Sortiment. Das Werk Niederbipp unterhält eine der modernsten Altpapieraufbereitungsanlagen der Welt, wo jährlich 75 000 Tonnen Altpapier verarbeitet werden. Das teilweise geschredderte Papier stammt von Haussammlungen, von Gemeinden oder von Banken aus der Schweiz.

Von der Peinlich-Nische in die Wellnesszone
Weil die Herstellung von Toilettenpapier viel Energie verbraucht, wird der Einsatz des Papiers öfters von Umweltorganisationen kritisiert. Wer ganz darauf verzichten möchte, kann mit einem Dusch-WC für natürliche WC-Hygiene sorgen. Anstelle des Papiers sorgt ein individuell einstellbarer Wasserstrahl für Frische. «Das veränderte Körperbewusstsein und Hygieneverständnis hat mitgeholfen, das Dusch-WC aus der ‹Peinlich-Nische› in die ‹Wellnesszone› zu katapultieren. Früher waren unsere Kunden hauptsächlich Spitäler, heute sind es Hotels und Privathaushalte», sagt Fabrizio Gessa, Leiter Geschäftskunden bei Geberit. Immer mehr Europäer begeistern sich für die natürliche Reinigung mit Wasser – im Fernen Osten und in der arabischen Hygienekultur ist sie schon längst eine Selbstverständlichkeit.

«Wir konnten einige der weltweit bekanntesten und beliebtesten Hotels mit Geberit Aqua Clean Dusch-WCs ausstatten. Das Bürgenstock-Hotel, das Baur au Lac in Zürich oder das Riffelalp Resort in Zermatt», zählt Verkaufsleiter Gessa voller Stolz auf. Gerade in der Spitzenhotellerie verlangen Kunden oft schon bei der Buchung, dass ihr Zimmer mit Dusch-WC ausgestattet ist. Neben dem sparsamen Energie- und Wasserverbrauch zeichnen sich die Dusch-WC auch durch eine einfache Reinigung aus. Mit nur einem Handgriff lässt sich der WC-Deckel oder -Sitz abnehmen. Ein Entkalkungsprogramm, vergleichbar jenem bei einer Kaffeemaschine, befreit sämtliche wasserführende Teile von Kalkablagerungen. Mit einer App bedient man die Toilette vom Smartphone aus. Persönliche Einstellungen für Duschstrahlstärke, Position des Duschstrahls oder die Temperatur sind so überall mit dabei und sorgen für personifizierte Momente auf dem stillen Häuschen.

Trend: Die Toilette als Ort der Kommunikation
Die heutige Gewohnheit, die Toilette allein aufzusuchen, ist keineswegs natürlich gegeben, sondern wurde sozial konstruiert. So war es im alten Rom üblich, sich in den grossen mehrsitzigen Toiletten in einer Reihe neben fremden Menschen aufs Klo zu setzen und dies als Anlass zu einem Gespräch zu nutzen. Daraus entstand ein Ort der Kommunikation. Im Zuge dessen bahnten sich häufig auch Geschäfte zwischen Kaufleuten an, weshalb wir heute noch vom «kleinen» oder «grossen Geschäft» sprechen. Mitte des 19. Jahrhunderts änderten sich die individuellen Bedürfnisse, und so wurde aus dem Sprachhäuschen ein stilles Örtchen. Ab sofort galt es, die Privatsphäre des Nutzers zu wahren.
Seit den 2000er-Jahren zeichnet sich jedoch eine Auflösung dieser Art des Schamgefühls ab. Das Bad avanciert immer mehr zu einem offenen Raum, der in den Wohnbereich übergeht. Das WC wird integriert und nicht mehr separiert. Grosse Bäder und transparente Ausstattungen zeigen, dass zumindest im Rahmen der eigenen Familie das Tabu der Körperpflege aufgebrochen wird und sich ein neues Verständnis von Privatsphäre entwickelt. Mit allen technischen Feinheiten ausgestattete Badezimmer sind beliebt: Von der Badewanne direkt den Plasmabildschirm bedienen, das Dusch-WC per App steuern oder beim Duschen den Ausblick auf die Berge geniessen – das stille Örtchen ist zur kleinen Wohlfühloase gewachsen. Mit oder ohne flauschigem WC-Papier.

 

★★★ 40 Jahre Erfahrung mit Dusch-WC ★★★

Als Pionier und heutiger europäischer Dusch-WC- Marktführer blickt der Schweizer Spezialist Geberit aus Jona SG auf über 40 Jahre Dusch-WC-­Erfahrung zurück. Das AquaClean-­Dusch- WC-­Sortiment bietet für beinahe jeden Kundenwunsch ein Modell an. Von stilvoll designten Komplett­anlagen bis hin zu einfach auf bestehende Toiletten nachrüst­baren Aufsätzen kann aus diversen Modellen und unter zahlreichen Farb- und Materialvarianten gewählt werden.
Neben dem Duschstrahl mit patentierter WhirlSpray-Duschtechnologie stehen je nach Modell noch zusätzliche Verwöhnfunktionen zur Verfügung. Dazu zählen pulsierende Massagefunktion, sanfte Ladydusche, integrierte Geruchsabsaugung, wohltuender Warmluftföhn, TurboFlush-­Spültechnik, WC-Sitzheizung oder Orientierungslicht. Ein Geberit AquaClean Aufsatzgerät ist ab 690 Franken und eine Komplettanlage ab 1600 Franken zu haben.

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Hätten sie es gewusst?
⚫ Statistisch gesehen, geht jeder Mensch pro Tag sechsmal auf die Toilette. Insgesamt verbringen wir somit ­durchschnittlich ein Jahr unseres Lebens auf dem WC.
⚫ Am 26. August ist Welttag des Klopapiers
⚫ 70 Prozent der Japaner besitzen ein Dusch-WC.

 

 

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