"Wir können uns nicht bis ins Unendliche einschränken"

Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 12. August 2020 entschieden, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen ab dem 1. Oktober 2020 wieder zu erlauben. Laut diversen Medienberichten wollten die bürgerlichen Bundesräte eine solche Änderung bereits im September einführen. Die gestern vom Bundesamt für Gesundheit kommunizierte relativ hohe Zahl von Neuansteckungen mit dem Coronavirus dürfte im letzten Moment für eine Meinungsänderung im Bundesrat geführt haben. Der Entscheid ist wohl ein Kompromiss, den gemäss mehreren Quellen soll Gesundheitsminister Alain Berset für eine noch längere Pause von Grossveranstaltungen votiert haben.

Der Bundesrat schreibt in einer Medienmitteilung: "Es gelten strenge Schutzmassnahmen die Kantone müssen die Anlässe bewilligen. Dabei müssen die Kantone ihre epidemiologische Lage und ihre Kapazitäten für das Contact Tracing berücksichtigen. Damit will der Bundesrat sicherstellen, dass sich die Situation in der Schweiz nicht verschlechtert. Gleichzeitig trägt er mit dem vorsichtigen Öffnungsschritt den gesellschaftlichen Bedürfnissen sowie den wirtschaftlichen Interessen der Sportvereine und Kulturveranstaltern Rechnung." Laut "Blick" trägt allein der Sport mit einer Bruttowertschöpfung von elf Milliarden Franken mehr als doppelt so viel wie die Landwirtschaft zum Bruttoinlandprodukt bei. 

Auf Anfrage des GastroJournals sagt GastroSuisse-Präsident Casimir Platzer: "Der Entscheid des Bundesrats ist sicher positiv, auch wenn grössere Anlässe erst ab dem 1. Oktober möglich sind. Der Bundesrat sagt, dass wir lernen müssen, mit dem Virus zu leben, und das scheint mir wichtig. Wir können uns doch nicht bis ins Unendliche einschränken und die Wirtschaft komplett an die Wand fahren." Gleichzeitig betont Platzer: "Noch wichtiger als die Zulassung von Grossanlässen ab Oktober scheint mir die Weiterführung der summarischen Abrechnung bei der Kurzarbeit bis Ende Jahr. Das hat für unsere Mitglieder eine grosse Bedeutung." Er habe sich diese Woche zu diesem Thema mit Bundesrat Parmelin getroffen. 

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